Aus meiner Dozentenzeit in Heidelberg / von Adolf Kussmaul. Hrsg. von Vinzenz Czerny.
- Adolf Kußmaul
- Date:
- 1903
Licence: In copyright
Credit: Aus meiner Dozentenzeit in Heidelberg / von Adolf Kussmaul. Hrsg. von Vinzenz Czerny. Source: Wellcome Collection.
45/120 page 33
![ftanb i^iit Dr. §ocfIe ^ur «Seite, ber 58erfa[]er eiltet guten $öucf)§: 6t)emie unb 9)?ifro§fopie am ^raufenbette. |)Deftc mar ein alter ^^rioatbojent, ()atte firf) fc^on 1844 tjabititiert, aujser mebiginifc^en a^ortefungen aud^ botaiiifcfje getjalten, eine gtora ber 93obenfeegegeub gejcfjrieben unb mar 1854 uad) be§ $8otauifer§ ai3. i8ifd;off Xobe uergebtidj um eine ^rofeffur für S3otanif unb Hcitinittettef^re ein= gefommen; er lebte in befdjeibeuen $ßer:^ältuiffen unb e§ märe uured)t gefjaubelt gemefen, meuii man if)m bie SSortede entzogen t;ätte, bie it)m au§ feinem 95erbanbe mit ^affe ermud^fen. 9J?ir aber mar e§ fofort ftar, ba^ mir ofjne bie Unterftü^nng |)offe§ unb o^ne bie anatomifd}en Hilfsmittel auS feiner tlinif ber ©oben für ein erfprie^= lidjeS dosieren beS fyadjeS fe^te, bem id) mid) am liebften ge- mibmet f)ätte. 3mar änberte fic^ gan^ unermartet biefe Sage; ber UnterteibS- ti)pfjn§ trat mieber einmal mit erfc^redenber Heftigfeit in Heibelberg auf, baS bamalS nod) bie Ijeutigen liügienifd^en ©id^ernngSanftalten entbeljrte, unb raffte Hoefle meg, el^e baS SBinterfemefter 311 ®nbe ging. ©iefeS betrübenbe (SreigniS änberte jebod) mein SSerfjältniS gu Haffe nic^t. 31n HoefleS Stelle trat bei i^m Xl^eobor öon S)ufd;. er ^atte fid) furj nor mir in Heibelberg niebergelaffen unb am 25. ajiära 1854 bie erlaubniS gu bo^ieren erljalten. SSor^er Ijatte er in 9J?ann^eim prafti^iert, and) miffenfc^aftlic^e Slrbeiten öeröffentlic^t. Sein 5ßater mar ber im 9iul)eftanbe befinblid)e babifd)e StaatSminifter 51. öon S)ufd), ein fein gebilbeter Staatsmann. ®iefer l)atte fic^ 1851 nad) Heidelberg jurüdge^ogen unb üerfeljrtc mit bem gefed- fc^aftli^en Greife, beffen a)Htglieber unter Slnfpielnng auf ben longreB in @otf)a, ben bie breu|enfrennblid§en SunbeSftaaten befc^idt litten, bie ©ot^aer genannt mürben. S)ie Seele biefeS txeifeS mar ber @efcf)id^tSforf(^er Häuser, unter anberen gehörten bagn ber ipanbeftift SSangerom unb Stöbert 58unfen, ber eijemifer, ferner bie beiben penfionierten ^orpater ^rofefforen 931um nnb grieblänber, bie fid^ in Heibelberg angefiebelt l^atten, nnb bie gmei politifd^en S3erül)mt^eiten Heinrich üon ©agern unb SSil^elm SSefeler, bie nad) ipren 3)?i§= erfolgen, beS einen in ber ißanlsfir^e, beS anbern in ben eibl)er3og- tümern, beffere ßeiten ^ier abmarteten; aud^ ben Dr. Sllejanber fiu§maul, %, 9tii8 meiner Sosentenjeit. a](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28990730_0045.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


