Aus meiner Dozentenzeit in Heidelberg / von Adolf Kussmaul. Hrsg. von Vinzenz Czerny.
- Adolf Kußmaul
- Date:
- 1903
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Credit: Aus meiner Dozentenzeit in Heidelberg / von Adolf Kussmaul. Hrsg. von Vinzenz Czerny. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![; 74 gcfeUfc^aftlid^c Sebcn in §cibelberg. Folianten, lagen auf bem Xifd^e. Bo^nig fc^ritt er auf ben j£ifd) gu, ergriff eineg ber 93üc^er unb fd)Ieuberte e§ barüber i^in, mit ben SSorten: „@iei)! ba§ finb bie fd)änbüd)en ©c^möfer, bie inid) fo etenb geinadjt! ber S;f)at, er i)atte fid) geiftig überarbeitet unb feine befte @d)affengfraft Juar leiber für immer batjin. ^m folgenben mu^ eg bann gemefen fein, bafj id) mid) mit itjin über feine nädjften Sebengptäne unterhielt. Sd) war erftaunt, ba^ er bie (Sintabnng beg (Sirohhergogg üon SBeimar, ber it)n gerne in feine Umgebung gezogen hätte, augfchlug nnb bie ©teile eineg gürftlid) B^ürftenbergifd)en Ißibliotheforg in bem rauhen ^5^onau= efchingen »orgog. „9J?ein ©ntfdjlu^, bemerlte er mir, „ift reiflich erwogen. Sd) mödjte in Söeimar fein (Spigone fein. — 9tad) längerem Sefinnen fchlie^e id) biefeg Kapitel mit einigen SBorten fd)mer5lid)en ©ebenfeng an bag anmutigfte SJMbchen ^eibel= bergg in meinen ©tubentenjahren, an Johanna Ä^app, bie bamalg nid)t bloh bie männlidje, andh meiblid)e Sugenb bezauberte. Shi^ Sßetter ^app, mir innigft befreunbet, h<Jttc wid) bei ihr ein= geführt. Sei meiner SBieberfehr nad) ^eibelberg h^tt*^ td) mich herzlich baranf gefreut, fie wieberznfehen unb meine f^ran meine freubige ©rwartnng geteilt, ©ie foHte in 9Jiünd)en längere ßeit pch nig Silbhauerin oerfudjt h^ben, bod) jept mieber bei ihrem Sater jenfeitg ber Srüde in 9?euenheim leben. 3Sir fnd)ten fie auf, aber wir fanben jene Johanna nid)t mehr, bie no(^ 1849 ©ottfrieb Äeller zu munberbaren Serfen begeiftert hatte, alg er zunt lebten SJiale über bie fchöne Srüde gefdjritten war, bie ihn fo oft auf bem SBege zu ihr nad) 9Jeuenheim getragen hatte, ßwei ber beften I?id)tcr jener Beit, Steller nnb ^ofmann oon gallergleben, haben für fie gefd)n)ärmt nnb um ihre §anb angehalten, fie aber jagte augfichtglog einem Phantom nad) nnb üerzehrte fich in ber Siebe zu Snbwig g^enerbad), bem ^^httofophe’u, ber nid)t geneigt war, ältere Sanbe, bie ihn feffelten, ZU löfen. ©chon hatte ber B^roft, ber bie ülofe ganz entblättern nnb oernichten follte, bie äufjerften Slütenblätter mit ertötenbem Oieife berührt. 2Bir nerzid)teten auf ben Serfehr mit ber Ung[üdlid)en, bie in ber ^nnft billetierenb bag oergebeng fnd)te, mag nur bag Seben gewährt. 1 ( 4 I 'i t 1 ) ) I 3 ] i i i](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28990730_0086.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)