Volume 1
Lehrbuch der speciellen pathologischen Anatomie / von Johannes Orth.
- Date:
- 1887-1906
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Credit: Lehrbuch der speciellen pathologischen Anatomie / von Johannes Orth. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![die progressiven und regressiven Metamorphosen sowie die durch Para- siten und sonstige Fremdltörper erzeugten Störungen übrig — Krank- heitsgruppen, welche durch zahlreiche Formen in der Pathologie des Blutes vertreten sind. Von rein quantitativen Veränderungen der Gesamratblut- menge ist wenig zu sagen. Eine Abnahme der Blutmenge wird als Anämie oder besser als Oligämie bezeichnet; sie kann extreme Grade bei dem Verblutungstode erleiden, wo die wächserne Blässe der Haut sowie die fast ganz des Blutroths entbehrende Färbung der Schleim- häute und Drüsen den Blutmangel leicht erkennen lässt. Ob es eine wahre Zunahme des Blutes mit Erhaltung des gegenseitigen Mengen- verhältnisses seiner Bestandtheile, eine wahre Plethora oder Polyämie gibt, ist mehr als zweifelhaft, da in allen Fällen, wo man eine solche Annahme raachen wollte (gutes Leben bei wenig Bewegung, Ausbleiben habitueller Blutliüsse, Entfernung eines Gliedes [Plethora apocoptica]), eine ächte Plethora, selbst wenn sie einen Augenblick bestehen sollte, doch äusserst schnell durch Zerfall des üeberschusses wieder verschwin- den muss, in gleicher Weise, wie das bei der künstlich erzeugten Ple- thora der Thiere geschieht'). Den Kernpunkt in der Pathologie des Blutes bilden die qualita- tiven Veränderungen desselben, welche selbst wieder sich zusammen- setzen aus quantitativen oder qualitativen Aenderungen der einzelnen normalen ßlutbestandtheile und ;ius Beimischung abnormer Bestandtlieile. Da sich die einzelnen normalen Bestandtlieile des Blutes mit Rücksicht auf pathologische Veränderungen bei denselben Krankheiten keineswegs gleichmässig, sondern häufig genug gerade in entgegengesetzter Richtung verändert zeigen, so ist es notiiwendig, zunächst die Veränderungen der einzelnen Bestandtheile getrennt zu betrachten, woran sich dann erst ein üeberblick über die Gesammtveränderungen bei einer Reihe der wichtigsten Krankheiten anschliessen soll. Eine grosse Zahl von krankhaften Störungen der Blutbestandtheile, insbesondere der Blutflüssigkeit bieten für die pathologische Anatomie im engeren Sinne nur geringe oder keine Ausbeute, da sie mit anato- mischen Hülfsmitteln nicht zu erkennen sind, sondern in das Gebiet der pathologischen Chemie hincingehören. Diese sollen zwar der Voll- ständigkeit halber auch, wenngleich nur kurz, erwähnt werden, indessen müssen doch hier diejenigen unser erstes Interesse in Anspruch nehmen, welche wesentlich in das Gebiet der pathologischen Anatomie fallen und das sind die Veränderungen der körperlichen Bestandtheile des Blutes, der rothen sowohl wie der farblosen Blutkörperchen. Die Veränderungen der Blutkörperchen. Für die pathologische Anatomie ist die wichtigste normale Eigen- schaft des Blutes die, dass nicht nur seine chemischen Bestandtheile, son- dern auch die, Blutkörperchen einem fortwährenden Wechsel unterworfen ') Quincke, D. Arcli. f. kl. Med. XXVII. p. 193. 1*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2192594x_0001_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)