Über den Willensakt und das Temperament : eine experimentelle Untersuchung / von Narziss Ach.
- Narziß Ach
- Date:
- 1910
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Credit: Über den Willensakt und das Temperament : eine experimentelle Untersuchung / von Narziss Ach. Source: Wellcome Collection.
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![(3. i?-Tag): »Nehmen Sie sich energisch vor , auf jeden Fall einen Reim zu bilden!«, wo sich trotzdem noch drei intendierte FR einstellten. Auf die nähere qualitative Analyse des hier zur Beobachtung kommenden Entschlusses in seiner energischsten Ausprägung sowie überhaupt auf die phänomenologische Reprä- sentation des Willensaktes, wird bei den späteren Anordnungen eingegangen werden, wo systematische experimentelle Selbst beobachtungen zur Durchführung kamen. Ein derartiger Vor- satz mit stärkster Willenskonzentration bewirkte z. B. die richtige Reaktion auf die w-Silbe »rol« am 13. Tag mit 1965, ebenso die unmittelbar vorhergegangene Reaktion auf eine w-Silbe mit 1524. Die Veranlassung zu diesem energischen Eingreifen, das allerdings unter erheblicher Zeitverlängerung den ge- wünschten Erfolg hatte, gab eine vorausgegangene intendierte FR (700). Das Aussprechen der falschen Silbe war hier von einem sehr starken Affekt des Ärgers verbunden mit Un- lust begleitet und löste bei der Vp spontan die Worte aus: »dies ist doch eine Affenschande!« (nämlich daß sie wieder falsch reagiert hatte). Auch bei den sonstigen FR war die ]rp ärgerlich. Dabei war dieser Affekt um so stärker, je energischer ausgeprägt in der Vorperiode der Vorsatz gewesen war. Und auf der Grundlage dieser affektiven Stimmung er- folgte dann der oben erwähnte außerordentlich energische Vor- satz, richtig zu reimen. Der Affekt, der durch die falschen Reaktionen dann ge- setzt wird, wenn trotz ernstlichem Wollen das assoziative Äqui- valent überschritten ist und die von dem Vorsatz ausgehende Determination gegenüber der assoziativen Einübung versagt, stellt demnach eine Reaktion des Bewußtseins dar in dem Antagonismus zwischen der unter der Schwelle des Bewußt- seins bleibenden Wirksamkeit der Determination und dem durch die Wirksamkeit der Reproduktionstendenz bewußt gewordenen konkreten Inhalt, der in der Bewußtheit der betreffenden Reak- tionssilbe der Vp gegenwärtig ist; die Interferenz zwischen dem gewollten Erfolg und der Realisierung hat den Affekt als eine Bewußtseinsreaktion hervorgerufen. Da wir das Ver- hältnis der Realisierung zu der gewollten Realisierung als den Wirkungsgrad des Wollens bezeichnet haben, so können wir auch sagen, mit der Abnahme des Wirkungsgrades entsteht eine Zunahme des Unlust-Affektes. Dabei ermöglicht die durch den Affekt des Ärgers ge- setzte erregte Stimmungslage ihrerseits das weitere Zustande-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28067277_0068.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)