Geschichte der Balneologie, Hydroposie und Pegologie, oder, Des Gebrauches des Wassers zu religiösen, diätetischen und medicinischen Zwecken : ein Beitrag zur Geschichte des Cultus und der Medicin / von B.M. Lersch.
- Bernhard Maximilian Lersch
- Date:
- 1863
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Credit: Geschichte der Balneologie, Hydroposie und Pegologie, oder, Des Gebrauches des Wassers zu religiösen, diätetischen und medicinischen Zwecken : ein Beitrag zur Geschichte des Cultus und der Medicin / von B.M. Lersch. Source: Wellcome Collection.
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![Vgl. Bemerk, üb. d. altröm. Bad in s. verbesserten irischen Form; 186 0. Brereton Lectur. on the Turk. Bath. 18. . und Hanghton on hot air baths ; 18. . . §. 85. Bohrbrunnen. Den Alten war das Anlegen der Brunnen sehr wohl bekannt. Von Alexander wissen wir, dass er auch in öden Gegenden Brunnen graben liess. »Urbem Barcem condidit. . . Inde iter terrestre facturus, cum arida loca medii itineris dicerentur, puteos opportunis locis fieri prsecipit, quibus ingenti dulci aqua myenta Eabyloniam redit.« Justin. Hist. XII, Als dem Heere bei Belagerung von Alexandria das Nil-Wasser abgeschnitten worden war, liess Cäsar am Meeresufer mit Erfolg nach Wasser graben. »Puteis fossis aquam dulcem posse reperiri affirmabat: cmnia enim littora naturaliter aquge dulcis venas habere. . . Magna una nocte vis aquae dulcis inventa est.« Hirtius De hello Alex. c. 8, 9. Vorzugsweise scheint das Brunnengraben aber von den Aegyptiern geübt worden zu sein. »Puteos invenit Danaus ex Aegypto advectus in Grseciam, quse vocabatur Argos Dipsion, siticulosa.« Plin. H. N. . Den alten Aegyptiern war auch das Bohren der Brunnen be- kannt. Olympicdor spricht im 6. Jahrb. n. Chr. von Brunnen der Oase, welche 200 — 500 Ellen tief waren und Wasserbäche zur Bewässerung der Felder ergossen. Seneca scheint auch vom» Bohren der Brunnen gewusst zu haben. »In siccissimis Iccis« sagt er »putei in altum acti per ducenum aut tricenum pedim spatia inveniunt aquarum uberes venas.« Vielleicht dachte er dabei aber auch nur an gewöhnliche Brunnen von solcher Tiefe. Im Mcdenesischen sind die Bohrbrumien, bei welchen der Bohrer freilich nur eine kleine EoUe spielt, etwas seit jeher Bekanntes. Eamazzini hat uns die dortigen Brunnen in einem eigenen Schriftchen beschrieben (De fontium Mutinensium admir. scaturigine tract.; 1695), worauf ich in einer andern balneologischen Arbeit zurückzukommen gedenke. Der älteste Brunnen dieser Art in Frankreich scheint der des Kartheuserklosters zu Lillers in Artois zu sein (gegen 1126); woher die Bezeichnung »artosisch« kommt. Aber erst seitdem der Brunnen zu Greuel]e gegraben worden ist, wurde die Methode mit dem Bolirer in grossen Tiefen Wasser zu suchen, allgemein. §. 86. Zur Geschichte der Seebäder. Homers Helden tauchten ins Meer um sich den Schweiss abzuwaschen, worauf sie dann aber warme Wannenbäder nahmen und sich mit Oel salben Hessen (II. X, 574). Hippokrates spricht nicht bloss von Begiessungen und Waschungen mit Seewasser, sondern auch von der Zuträglichkeifc des kalten und warmen Meerbades und dessen Nutzen bei Geschwüren. Als Euripides den Plato nach Aegypten begleitet hatte (ca. 350 v. Chr.) und dort krank wurde, heilten ihn »die Propheten« durch die »Meerkur« (Diogen. Lsert. 3, 6). Nach Plato wäscht ja auch das Meer alles Böse weg. Der platonische Philosoph Apuleius erzählt von sich, dass er am frühen Morgen den trägen Schlaf abschüttele, im Meere siebenmal untertauche und so erfrischt zum Gebete gehe. Seneca, der ans Kaltbaden gewohnt war, warf sich im Wollenmantel ins Meer (Ep. 53).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21064155_0228.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)