Der Werth der Symptome der sogenannten traumatischen Neurose und Anleitung zur Beurtheilung der Simulation von Unfall-Nervenkrankheiten : für Krankenkassen-Ärzte und Medicinal-Beamte bearbeitet / von Ralf Wichmann.
- Wichmann, Ralf.
- Date:
- 1892
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Credit: Der Werth der Symptome der sogenannten traumatischen Neurose und Anleitung zur Beurtheilung der Simulation von Unfall-Nervenkrankheiten : für Krankenkassen-Ärzte und Medicinal-Beamte bearbeitet / von Ralf Wichmann. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte in Halle a. S. ge- sprochen. Mit der Heilgymnastik können die Widerstände direct ge- messen werden auf Grund der Formel für die Arbeit des Muskels A P .11] wobei A = Arbeit; P = Gewicht und 11 die Hebehöhe ist. Man kann mit den für die active Bewegung bestimmten Appa- raten die Arbeitsfähigkeit aller wichtigen Muskelgrujjpen messen und in Zahlen bestimmen. Daraus lässt sich natürlich ein Schluss auf den Zustand der Muskeln und Nerven machen. Durch Verwendung mehrerer Apparate kann man auf dem Wege der Ausschliessung auch sich über den Zustand eines einzelnen Muskels orientiren. Bum hat dies zur Entlarvung etwaiger Simulation bei traumatischer Neurose empfohlen. Leider können wegen des hohen Preises derartige Apparate nicht überall Anwendung finden. Ich glaube, es ist dies die passende Stelle, um ein paar Beob- achtungen mit derartigen rein subjectiven Klagen, wie ich sie bisher geschildert habe, mitzutheilen, die von Interesse sein dürften, und denen ich andere ähnliche Fälle folgeu lassen könnte, wenn nicht der Umfang dieser Arbeit mir eine Beschränkung auflegte. Fall N. N., 59 Jahre alt. Keine Nervenkrankheiten in seiner Familie. Niemals ernstlich krank gewesen. Er ist bereits früher zweimal ohne Schaden zu nehmen verunglückt. Das erste Mal fiel er 1861/62 in einer Spinnerei stubenhoch herab; das zweite Mal stürzte er 1879 l1/, Meter hoch herab, da ein Gerüst unter ihm auswich. 1889 fiel N. in einer Zuckerfabrik eine Treppe herab etwa 4 Meter in die Tiefe. Er lag angeblich V2 bis 1 Stunde allein bewusstlos. Zum Be- wusstsein zurückgekehrt, machte er sich durch Stöhnen bemerklich. Er hatte starke Brustbeschwerden. Wurde nach seiner Wohnung gefahren und bekam in derselben Nacht noch ärztliche Hülfe. Der Arzt richtete angeblich die ausgesetzte rechte Schulter ein; zwei ltippen sollen gebrochen gewesen sein. Auf dem Kücken, an den Knien waren blutunterlaufene Stellen. Er will Blut aus Mund und Nase verloren haben. Er lag dann zwei Wochen zu Bett. Ein Abscess, der sich auf dem Rücken gebildet hatte, wurde zweimal incidirt. Der Mann hat 31 Jahre lang in derselben Fabrik gearbeitet; er hat im Aufträge der Fabrik viele Reisen ins Ausland, nach Schweden, Däne- mark, Russland und Italien gemacht. Er ist verheirathet, kinderlos. Die subjectiven Klagen desselben sind: 1) Zeitweise auftretender Schmerz im Nacken und Hinterkopf, welcher sich über den Scheitel bis nach der Stirn hin erstreckt. Oft sei damit das Gefühl von Taumeln und Unbesinnlichkeit verbunden. 2) Schmerz in der linken Schulter und im linken Oberarm; namentlich bei Bewegungen. Ausgiebiger Gebrauch dieses Armes werde dadurch gehindert. Der rechte Arm, der ausgesetzt gewesen sein soll, sei jetzt vollständig gut und brauchbar.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22330082_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)