Zur Behandlung einfacher Fracturen der Extremitäten mit Gyps-Hanf-Schienen / von F. Beely.
- Florian Beely
- Date:
- 1878
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Credit: Zur Behandlung einfacher Fracturen der Extremitäten mit Gyps-Hanf-Schienen / von F. Beely. Source: Wellcome Collection.
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![eine Differenz, die dem Patienten selbst nicht zum Bewusstsein kommt und der Umgebung nicht auffällt. Der Verband wird etwas verschieden angelegt, je nachdem sich die Fractur im oberen, mittleren oder unteren Drittheil des Humerus befindet. Fraeturen im oberen Drittheil des Humerus. (Siehe Taf. I, Fig. 1.) Beim Anlegen eines Verbandes für eine Fractur im oberen Drittheil des Humerus steht der Patient mit entblösstem Oberkörper oder sitzt auf einem hohen Stuhl, so dass die Oberschenkel mit dem Rumpf einen stumpfen Winkel bilden, ein Assistent nimmt auf einem Stuhl vor dem Patienten Platz und fixirt den fracturirten Arm, indem er bei rechtwinkeliger Stellung des Vorderarms zum Oberarm mit einer Hand das Handgelenk des Patienten von unten her ergreift, mit dem Zeigefinger der anderen Hand von unten und innen her in die Ellenbogenbeuge fasst und gleichmässig sanft in der Richtung der Längsaxe des Körpers extendirt. Genügt diese einfache Extension nicht, um eine normale Richtung der Längsaxe des Oberarms herzu- stellen, so kann der Assistent, anstatt in die Ellenbogenbeuge zu fassen, die Condylen des Humerus ergreifen und auf diese Weise den Arm in entsprechende Richtung zu bringen suchen. Man hat hauptsächlich darauf zu achten, dass die Längsaxe des Humerus vollkommen normal verläuft, so dass sie nach oben verlängert die Mitte des Akromion trifft, dass keine Einbiegung oder Einknickung an der Fracturstelle sich zeigt. Der Vorderarm steht rechtwinkelig zum Oberarm, die Hand in einer mittleren Stellung zwischen Pro- und Supination, der Ellen- bogen ist dabei etwas vom Thorax entfernt, die Längsaxe des Vorder- arms verläuft schräg nach vorn und innen, so dass ihre Verlängerung die Sagittalebene ungefähr in einem Winkel von 450 treffen würde..] Der Assistent darf bei der Extension keine Gewalt anwenden, vor allen Dingen nicht ruckweise extendiren, da sonst die Muskeln des Oberarms leicht zu Contractionen veranlasst werden, die er doch nicht zu überwinden vermag. Treten solche theils willkürliche, theils unwillkürliche Contractionen auf, so genügt es in vielen Fällen, den Patienten einige Minuten lang in derselben Stellung verharren zu lassen ^ d. h. den Arm immer vom Assistenten fixirt, um sie voll- ständig authören zu sehen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22368978_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


