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Credit: Grundzüge der vergleichenden Anatomie / von Carl Gegenbaur. Source: Wellcome Collection.
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![Fig. 191 statt, und schon bei den Reptilien sind beiderlei Drüsenorgane völlig von einander geschieden, da hier ebenso wie bei Vögeln und Säugethie- ren die Primordialniere beim weiblichen Geschlechte völlig schwindet oder nur noch deren Ueberreste als Ga rtn er'sehen C anale (bei der Eidechse und bei verschiedenen Säugethieren [Ruminantia] beobachtet) in den breiten Mutterbändern bestehen lässt, während ihr Ausführgang, wie schon bei Amphibien gezeigt ward, zum Eileiter wird. Er verbin- det sich überdies noch mit einem besonderen, als selbständiger Strang auf der Primordialniere aufgetretenen Canale, dem Müller'schen Gange, der dem oberen Ende des Eileiters der weiblichen Amphibien, oder dem entweder grösstentheils ausser Function getretenen, oder als gemeinsamer Harn-Samenleiter fungirenden Canale längs der Nieren der männlichen Amphibien entsprach (vergl. Anmerk. auf pag. 591). Die Eierstöcke der Reptilien sind paarig, mit Ausnahme der Schlan- gen symmetrisch gelagert, durch das Peritonäum an die Wirbelsäule be- festigt und meist von traubiger Gestalt. Die Eileiter beginnen mit einem weiten abdominalen Ostium, und stellen dann weite gewundene Canale vor, an denen einzelne Stellen durch Texturverschiedenheiten ausgezeichnet sind. Der verschiedene Werth der ein- zelnen Abschnitte resultirt aus den Be- ziehungen zur Eischalenbildung, oder auch zum kürzeren oder längeren Aufent- halte der Eier im Eileiter, wie letzteres hei den viviparen Reptilien (einigen Schlangen und Sauriern) besonders deut- lich wird. Die Eileiter münden immer gesondert in die Cloake aus. Für die männlichen Organe gilt das schon oben Erwähnte. Die länglichen, flachen oder gewölbten Hoden (Fig. 19.1. t) werden durch das Peritonäum an die Wirbelsäule befestigt, und liegen bald vor der Niere, bald nach innen an der- selben, bei einigen (Schildkrölen) häufig sogar zum Theile von den Nieren ver- deckt. In allen Fällen treten die Aus- fuhrgänge des Hodens in ein Vas deferens zusammen , welches entweder dicht am Hoden selbst, meist (bei Schildkröten) mit knäuelförmigen Windungen sich anschmiegt, und noch mit besonderen Fig. 491. Harn- und Geschlechtsorgane einer Schildkröte (Emysaurus). r. Nieren, u. Harnleiter, v. Blase, t. Hoden, e. Nebenhode. ug. Oeffnung des Uro- genitalsinus in die Cloake. cl. Cloake, von hinten geöffnet, p. Ruthe. s. Ruthenfurche. re. Rectum, cc Blindsacke der Cloake (Bursae anales).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21053947_0610.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


