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Credit: Grundzüge der vergleichenden Anatomie / von Carl Gegenbaur. Source: Wellcome Collection.
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![b) Von den Kreislaufs Organen. Die Umleitung der aus dem Verdauungsprocesse hervorgehenden, oder wie bei den Gregarinen u. a. schon vorbereitet von aussen her be- zogenen Ernährungsflüssigkeit wird bei der Mehrzahl der Rhizopoden, sowie bei allen Gregarinen wohl ohne Zweifel durch die Bewegung des Körpers selbst zu Stande gebracht. Jede Contraction des Leibes ruft bei den Gregarinen eine oft sehr energische Ortsveränderung der den Körperschlauch füllenden Körner und Molekeln hervor, mit der im glei- chen Maasse auch die dazwischen befindliche flüssigere oder doch wei- chere Substanz bewegt wird. Es ist ein Durcheinanderströmen in der mannigfaltigsten Richtung, welches bei jeder Streckung oder Zusammen- ziehung des Körpers von neuem beginnt. Bei den Rhizopoden, deren beständig wechselnde Gonturen der wei- chen Körpersubstanz mit einer steten Durchmischung der Substanz selbst einhergehen, ist diese Bewegung noch eclatanter, ja bei den Thieren die- ser Classe, welche mit fadenförmigen Pseudopodien versehen sind, geht bei der Verlängerung der letzteren in denselben eine dauernde auf- und absteigende Strömung vor sich, wie aus der Bewegung der Körnchen in der Sarcodesubstanz zu erkennen ist. — In allen diesen Fällen kann also von einem besonderen Apparate für den Kreislauf keine Rede sein; es sind nur allgemeine Einrichtungen, an denen sich jedes Partikel der Kör- persubstanz gleichmässig betheiligt; die Function ist noch nicht locali- sirt, an ein Organ gebunden, sondern sie wird noch vom Gesammtorga- nismus vollzogen. Dagegen zeigen schon die Amoeben unter den Rhizopoden, dann sämmtliche Infusorien das Vorhandensein eines Circulationsapparates, der, nach den der Beobachtung leichter zugänglichen grösseren Formen zu schliessen, eine nicht ganz einfache Bildung offenbart. Doch ist auch hier eine Gliederung vom einfacheren zum complicirteren nicht zu ver- kennen. — Im Inneren des Körpers der erwähnten Thiere, und zwar bei Infusorien in der zunächst unter der Guticula gelegenen contractilen Kör- perschicht, kommen rundliche Hohlräume vor, welche sich ausdehnend mit Flüssigkeit füllen , und bei der Contraction diese wieder entleeren, Vorgänge, welche sehr häufig einen gewissen Bhythmus nicht verkennen lassen. Die Zahl dieser pulsirenden Hohlräume ist sehr verschieden, meist sind es 1 —2 (Fig. 6.d. d. Fig. 6. A.c.)] selten sehr viele, wie bei Trachelius ovum, dessen ganzer Körper in gewissen Abständen mit gegen 60 solcher Organe besäet erscheint. Die Contractionen der einzelnen Blasen folgen abwechselnd, und wenn nur zwei vorhanden sind, erscheint die eine immer im Stadium der Systole, wenn die andere in der Diastole sich darstellt. Das Vorkommen der contractilen Blasen, stets genau an organe bestehen aus kugligen den Canälen verbundenen Räumen, in welche auf ei- nem Kaufen stehende Wimperzellen hineinragen. —](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21053947_0077.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


