Der Conträrsexuale vor dem Strafrichter : de sodomia ratione sexus punienda de lege lata et de lege ferenda eine Denkschrift / von R. Freiherr v. Krafft-Ebing.
- Richard von Krafft-Ebing
- Date:
- 1895
Licence: Public Domain Mark
Credit: Der Conträrsexuale vor dem Strafrichter : de sodomia ratione sexus punienda de lege lata et de lege ferenda eine Denkschrift / von R. Freiherr v. Krafft-Ebing. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![tigung ad nates, später auch bei blosser Vorstellung von Schlägen ein dunkles sexuelles Gefühl gehabt zu haben. Vom 10. Jahre ab ohne alle Verführung Masturbation. Vom 14. Jahre an schwere Neurasthenie mit Phobien. Mit Eintritt der Pubertät (15 Jahre) Drang zu Ver¬ kehr mit männlichen Personen, während weibliche nicht das geringste Interesse erweckten. Erotische Träume, aus¬ schliesslich Männer betreffend. Mit 16 Jahren Beginn mutueller Masturbation, am liebsten mit etwa 18jährigen blonden Individuen. In bestimmter sexueller Bolle fühlte sich Patient nie bei solchen Acten. Er hält sich aber für eine „passiv” mehr weibliche Natur, weist darauf hin, dass er als Knabe sich für Blumen und Weiber- tand interessirte, nie aber für Knabenspiele. Keine anatomische Degenerationszeichen. Virile Erscheinung. Normale Genitalien. Neurasthenia cerebrospinalis. Zeitweise Angst¬ anfälle. Eine hypnotische Behandlung, obwohl Hypnose bis zu tiefem Engourdissement gelang, hatte nur temporären Erfolg. Patient brachte es nicht zum Coitus cum muliere. Beob. 44: Homosexualität. Herr F., 24 Jahre, Kaufmann. Vater starb in Psychose. In seiner Familie blieben auffallend viele Personen ledig. Mutter sehr „nervös”. Geschwister früh an Kinderkrankheiten gestorben. Schon mit 8 Jahren fühlte F. eine wollüstige Er¬ regung, wenn er sich mit anderen Knaben herumbalgte, namentlich dann, wenn er der unterliegende Tlieil war. Er liess sich deshalb auch dann, wenn er der Stärkere war, gern besiegen. Solche Situationen suchte er nun mit seiner Phantasie festzuhalten und gelangte so vom 11. Jahre zur Masturbation. Früh entwickelten sich mädchenhafte Neigungen, Freude am Puppenspie], sich als Mädchen zu maskiren. Von der Pubertät ab empfand F. ausschliesslich homosexuale Neigungen. Mädchen Hessen ihn ganz kalt. Erotische Träume waren ausschliesslich homosexual. Seine grosse Schüchternheit hin¬ derte F., seinen homosexualen Drängen bisher Befriedigung zu ver¬ schaffen. Er begnügt sich mit Automasturbation, ist von dieser Existenz höchst unbefriedigt. Durchaus männliche Erscheinung, normale Genitalien. Geringer Grad von Neurasthenie.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30475351_0088.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)