Elemente der allgemeinen Bakteriologie / [Nikolaĭ Fedorovich Gamaleia].
- Gamaleia, Nikolaĭ Fedorovich, 1859-1949.
- Date:
- 1900
Licence: In copyright
Credit: Elemente der allgemeinen Bakteriologie / [Nikolaĭ Fedorovich Gamaleia]. Source: Wellcome Collection.
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![]m Allgemeinen kann man sagen, dass die Verbreitung der In- Icktionen zu komplicirt ist, um sie eitifacli als durch das Trinkwasser oder den Tiefstand des Grundwassers bedingt zu bezeichnen. Einige Beispiele werden den besten Begriff von dieser Komplicirtheit geben. Die Pest wird durch ein kurzes Stäbchen hervorgebracht, welches gegen Temperatur- und andere ungünstige Einflüsse wenig resistent ist und doch mitunter eine universelle Verbreitung erlangt. Die Pest- epidemieen verbreiten sich unter Betheiligung dreier Faktoren: des VIenschen, der Ratte und des Flohs. Ein kranker Mensch kann die Pestbakterien auf weite Entfernungen übertragen, aber Pestherde bilden sich nur durch Infektion der Ratten an dem gegebenen Ort. Die sich zerstreuenden erkrankten Ratteji bewirken ein langsames, aber ununterbrochenes Wachsen der Pestherde. Von der Ratte wer- den die Pestbakterien durch den Floh auf den Menschen übertragen, weil der Floh, welcher sich mit dem Blut der verpesteten Ratten er- nährt, viele lebende Pestbakterien in seinen Därmen enthält und ge- wöhnlich mit seinen Exkrementen diejenige AVunde auf der Haut der Ratte oder des Menschen beschmutzt, aus welcher er Blut saugt. Der Choleravibrio ruft keine Epidemieen unter den Thieren her- vor. Er findet günstige Bedingungen für seine Existenz nur in den Wänden des Dünndarms des Menschen. Er stirbt beim Austrocknen und kann sich in AVasser nicht vermehren. Allein es gelingt ihm doch eine universelle Verbreitung zu erlangen. Zu diesem Zweck tritt nach meinen Untersuchungen der Choleravibrio in Symbiose mit einer Bakterie aus der Art Streptothrix (Oospora oder Nocardia, wie man sie auch bezeichnet), indem er Cholerakerne bildet. Diese Kerne können sich sogar in dem reinsten AVasser vermehren und zur A^er- breitung der Cholera dienen. Sumpffieber — Malaria — hat ebenfalls einen sehr komplicirten Verbreitungsweg. AAfie wir schon erwähnt haben, wird es durch einen Thierparasiten aus der Klasse der Protozoen, durch die sogenannte Haemamoeba malariae herv'orgerufen, welche sich im Blute des kranken Menschen findet und zwar in den rothen Blutkörperchen. Da dieser Parasit nur im Blute des Menschen und in keinem anderen Thed des menschlichen Körpers, in keinem seiner Sekrete lebt, so kann er von kranken xMenschen auf gesunde nur durch Uebertragung von Blut zu Blut übergehen. Als üeberträger der Malariaparasiten erscheinen die Mücken. Neuere Untersuchungen haben dabei folgenden interessanten Mechanismus entdeckt. Indem die Mücken sich mit dem Blut ge-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28090445_0104.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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