Volume 14
Reallexikon der Vorgeschichte : unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter / herausgegeben von Max Ebert.
- Max Ebert
- Date:
- 1924-32
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Credit: Reallexikon der Vorgeschichte : unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter / herausgegeben von Max Ebert. Source: Wellcome Collection.
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![nimmt man gewöhnlich die Mitte des 2. Jht. an (Beginn der 2. spätminoischen bzw. der mittelmykenischen Periode). Aber schon früher lassen sich Beziehungen zum W feststellen, so Schulterhenkel, Amphoren¬ form, Strickleisten, aufgesetzte Brust¬ warzen schon in der altkanaanitischen Zeit, also entsprechend der mittelminoischen Per. auf Kreta und den Kykladen, der vor- und frühmykenischen auf Zypern, wo z. B. die sog. nubischen Kännchen in dieser Zeit auf- treten, ferner das Vorbild der Metallgefäße (Palaststil; B. Schweitzer Untersuchungen zur Chronologie der geo?netr. Stile I [1917] S. 29, 35) und die geometrischen Muster in der mittelkanaanitischen Zeit, was besonders Byblos und ein Einzelfund auf dem teil el- harbag gezeigt haben (Rev, bibl. 33 [1924] S. 423 L. H. Vincent). Um 1500 v. C. ist dann die Einfuhr beträchtlich geworden (gegen den Ansatz aller mykenisch-zypri- schen Gefäße erst nach 1200 v. C. Syria 2 [1921] S. 186ff. C. L.Woolley, vgl.Rev.bibl. 33 [1924] S. i8if. L. H. Vincent). Im ein¬ zelnen wäre freilich noch zu untersuchen, welcher Teil der gebende, welcher der nehmende war, d. h. ob nicht auch die nordsyr. Tonware, die wir aber erst kennen lernen müssen, die der w. Länder beeinflußt hat (vgl. die Gefäße in Tierform H. Frank¬ fort Studies in Early Pottery I [1924] S. 73, mf., Tf. 9). Vincent Canaan S. 297ff; I. Benzinger Hebräische Archäologie2 1907 S. 149 (über israeli¬ tische Töpferei nach dem AT), 229 ff.; P. Thom- sen Kompendium der palästinischen Altertums¬ kunde 1913 S. 67ff.; P. Karge Rephaim 1917 S. 216ff.; Rev. bibl. 11 (1914) S. 5ioff. H. Vin¬ cent; ders. Union academique internationale. Classification des ceramiques antiques, ceramique de a Palestine 1923; H. Frankfort Studies in Early Pottery I (1924). Peter Thomsen F. Vorderasien (Tf. 43A—L). § 1. Allgemeines. — § 2. Kleinasien bis etwa 2200 v. C. — §3—5. Mittelasiatische bemalte Keramik. (§ 3. Der erste Stil. — § 4. Der zweite Stil. — § 5. Verschiedene Gruppen.) — § 6. Sumerisch-Baby¬ lonische Keramik. — § 7. Kleinasien nach 2200 v. C. — § 8. Nord-Syrien. §1. Allgemeines. Das ganze hier be¬ handelte Gebiet ist ungenügend und un¬ gleichmäßig erforscht. Einige systematische Grabungen geben Anhaltspunkte für die Einreihung der Einzelfunde und Raub¬ grabungen. Dennoch erhält man nur Streif¬ lichter auf kurze Per. in den verschiedenen Einzelgebieten; nur in Kleinasien läßt sich wenigstens in großen Zügen die Geschichte der Keramik bis ungefähr 1000 v. C. ver¬ folgen. — Neolithische Keramik ist bisher nirgends in Vorderasien sicher nachgewiesen (unentscheidend die kleine Probegrabung bei Saktschegözü [s. d.]: Liv. Annals 1 S. ii2ff.; Rev. d’Anthropol. 1909 S. 312 D u s s a u d). Soweit wir zurückgehen können, nämlich bis in die letzten Jh. vor 3000 v. C., findet man ganz verschiedene Waren in den verschiedenen Gegenden, die sich noch nicht auf eine gemeinsame Wurzel zurückführen lassen. Auch Europa läßt sich kaum heran¬ ziehen, besonders der oft behauptete Zu¬ sammenhang der bemalten vorderas. mit der thessal. und sonstigen europ. Ware besteht nachweislich nicht, da Kleinasien, wo die bodenständige keramische Tradition be¬ sonders zähe ist (s. unten § 2), mit mono¬ chromer Ware anderer Technik die Gebiete vollständig scheidet. Dagegen läßt sich Übereinstimmung wahrnehmen zwischen der frühesten schwarzpolierten Ware aus Ana¬ tolien und solcher, die von Makedonien durch die Donauländer bis in die Ost-Alpen ver¬ breitet ist. Nur sind die Übereinstim¬ mungen allgemeinster Art (Technik; Vor¬ liebe für abstrakt-dekorative tektonische Ornamentik, im Gegensatz zum Umlaufstil n., und dem naturalistischen Stil s. von dieser europ.-asiat. Gebirgszone;Verzierungs- motive zweidimensional, also Bandkeramik; Formen öfters vom Kürbis abgeleitet). In Einzelheiten ist der Gegensatz beiderseits des Ägäischen Meeres so groß, daß man nur von einer gemeinsamen Wurzel (vielleicht mit einer Einwanderungswelle kleinasiat. Kurzköpfe zusammenhängend) sprechen darf, worauf übrigens unabhängige Entwicklungen fußen (Frankfort Studies in Early Pottery of the Near East II [1927]). § 2. Kleinasien, a) Die älteste Topf¬ ware ist ohne Scheibe oder sonstige drehbare Unterlage gemacht und durch Anräuchern oder Verkohlung von den dem Ton bei¬ gemischten organischen Bestandteilen ge¬ schwärzt (zur Technik vgl. Franchet La Ceramique primitive S. 85 ff.; Rev. d’Anthro¬ pol. 1922 S.93 ders.; Journ. anthr. inst. 1903 S. 368ff. Myres; Man 1901 S. 78, 95 ders.; H. Schmidt in Dörpfeld Troja und Ilion](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29931125_0014_0151.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)