Volume 1
Reallexikon der Vorgeschichte : unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter / herausgegeben von Max Ebert.
- Max Ebert
- Date:
- 1924-32
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Credit: Reallexikon der Vorgeschichte : unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter / herausgegeben von Max Ebert. Source: Wellcome Collection.
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![große Reihe anthrop. (Haare) und kultur¬ geschichtlich (Trachten, Holzarbeiten usw.) wichtiger Funde. Müller NAK. 1 341 ff.; Sv. Fornm. Tidskr. 9 S. 77 ff. Montelius; Boye Fund af Egekister fra Bronzealdercn i Danmark 1S94; Nachr. üb. D. A. 1899 S. 1 ff. Schumann; Hoops Rcall. s. v. I 1S3 ff. Seger; E. v. Paulus Die Alter¬ tümer Württembergs 1877; ZfEthn. Verh. 1892 S. 509 f., 1894 S. 117 W. Basler; M. Hoernes Natur- u. Urgesch. d. Menschen II 311 f.; Mannus 14 S. 14811. Kos sin na. G. Wilke Baumwohnung s. Haus A 1. Baumwolle. A. Ägypten. Der Massen - anbau von B. in Ä. ist im Anfang des 19. Jh. durch Muhammed Ali eingeführt worden. Die Kultur der Pflanze und die Verarbeitung der Fasern ist durch klassi¬ sche Autoren für das spätere Altertum be¬ zeugt. Einwandfreie Funde von Baumwoll¬ stoffen oder von Resten der Baumwoll- pflanze aus pharaonischer Zeit sind nicht gemacht worden, und auch die äg. Dar¬ stellungen bilden sie nicht ab. Bliimner Technol. i2 (1912) S. 5. 199; ; Neuburger Technik des Altertums 1919 S. 171; Wiedemann Äg. S. 327; Woenig Die Pflanzen im alten Ägypten 1887 S. 346; Baumwoll- 1 zweig aus einem Grabe griech. Zeit bei Gebelen: j Berlin, Äg. Museum Nr. 12398 (Geschenk ' Schweinfurth). Roeder B. Palästina-Syrien. Seit wann B. in Palästina-Syrien angebaut oder bekannt ist, läßt sich schwer sagen. Zeugnisse vor dem 1. Jht. fehlen, und die Angaben desAT, die man zur Ergänzung heranziehen könnte, j sind in ihrer Bedeutung zweifelhaft. Mög- j licherweise bezeichnen die hebr. Wörter bad I. Sam. 22, 18; ses Ezech. 16, 13; Exod. i 39, 28; büs Ezech. 27, 16 (als paläst. Er¬ zeugnis genannt, davon wohl ßuaao;) Stoffe j aus B. Dafür spricht, daß Pausanias V 5, 2 \ gossypium [herbaceum L] als vornehmlich paläst. Pflanze nennt, und daß membidsch im n. Syrien, wo heute noch B. gebaut wird, einen alten sem. Namen gehabt hat, der den späteren ('lipaTto)a?) überdauerte undoffen- j bar mit B. zusammenhängt (griech. mit Baixßoxyj wiedergegeben, früheste Erwäh¬ nung bei Eratosthenes Katasterismoi rec. C. Robert 1878 S. IOO; vgl. ßopßo£ und türk, panbuq bzw. pamüq). Vielleicht haben auch die Phöniker schon früh B. für ihre , farbigen Gewänder benutzt (Ilias VI 289). Allerdings scheint B. nach Baby¬ lonien und Ägypten verhältnismäßig spät gekommen zu sein, aber möglicherweise aus Syrien, das sie dann schon im 2. Jht. gekannt hätte. G. B. Wincr Biblisches Realwörterbuch I3(1847) S. 142 ff.; 5. Jahresb. d. Vereins von Freunden der Erdk. zu Leipzig 1866 S. 91 ff. H. Brandes; ZdPV 9 (1886) S. 18 f. L. Anderlind; H. Guthe Kurzes Bibehvörterbuch 1903 S. 389; S. Krauß Talmud. Archäologie I (1910) S. 140f.; J. Wimmer Palästinas Boden mit seiner Pflan¬ zen- und Tierwelt 1902 S. 121 f. Peter Thomsen C. Vorderasien. Der Baumwollenbaum (■Gossypium arboreum) war in Indien hei¬ misch. Auch Herodot (III 106, VII 65) be¬ richtet von den ind. Bäumen, die Wolle anstatt der Frucht tragen, so daß die Inder daraus Kleider verfertigen. Diese „Bäume, die Wolle tragen“, hat Sanherib (c. 700 v. C.) auch in Assyrien einzuführen ver¬ sucht (Cuneiform Texts of Babylonian Tablets XXVI [1909] Kol. VII 53). Ob er damit allerdings dauernden Erfolg gehabt hat, erscheint fraglich. B. Meissner Bauopfer s. Menschenopfer, Religion. Baustoff. A. Europas. HolzA, Stein A. B-Ägypten s.HolzB,SteinB, ZiegelB. C. P a läs tin a - Sy r ien. § 1. Früherer Waldbestand. — § 2. Zedern¬ holz. — § 3. Sonstige Holzarten. — § 4. Lehm und Mörtel. — § 5. Steine. § 1. Der einfachste und am leichtesten verwendbare B., den die Natur den Men¬ schen bietet, ist das Holz. Davon besaß Palästina-Syrien bis in die geschichtliche Zeit hinein einen großen Reichtum, der heute bis auf geringe Reste verschwun¬ den ist. Noch im Paläol. müssen weit aus¬ gedehnte Wälder die Berge bedeckt haben, da die gefundenen Reste von jetzt zum Teil ausgestorbenen Tieren auf eine Wald- und Steppenfauna schließen lassen (s. Auerochs B, Palästina-Syrien B [Fauna]). Abdrücke von Blättern der Eiche, Buche, Ulme, Haselnuß in den Kalk¬ tuffen unterhalb der Zedern des Libanon deuten darauf, daß solche Bäume in der Diluvialzeit hier in dieser Höhe reichlich vorhanden waren (O. Fraas Drei Monate im Libanon 1876 S. 65). Die Ägypter be¬ zogen seit ältester Zeit vor allem Zedern¬ holz aus dem Libanon (s. § 2). Auch das AT erwähnt mehrfach größere Waldbe¬ stände (Jos. 17, 15; Jes. 10, 18. 34; 2. Kön. 19, 23; Ez. 21, I ff.; Jer. 4, 29). Berühmt](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29931125_0001_0537.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)