Volume 14
Reallexikon der Vorgeschichte : unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter / herausgegeben von Max Ebert.
- Max Ebert
- Date:
- 1924-32
Licence: In copyright
Credit: Reallexikon der Vorgeschichte : unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter / herausgegeben von Max Ebert. Source: Wellcome Collection.
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![UR—URÄUS Or. Soc. 1921 S. 9f. H. R. Hall; Proc. of the Soc. of Antiqu. 32 (1919) S. 22—42 H. R. Hall; Archaeologia 1920 S. 138 Thompson; E. Grice Records from Ur and Larsa Yale Or. Ser. V; AO 11 1910) 3—4 S. 55 f. R. Zehnpfund; Archiv f. Orientforschung 4 S. 36L; ebd. S. 112f. Weidner; Antiquaries Journal 4 S. 329 (Obeid); ebd. 5 S. if., 347ff.; ebd. 6 S. 365ff. Woolley; MJ (Univ. Philadelphia) 1923 S.249ff. Gordon; ebd. 1925 S. 27h, 57f. Woolley; ebd. S. 81, 202f., 217ff.; ebd. 1926 S. 245ff. Legrain; ebd. 1927 S. 217ff. ders.; Illustrated London News Nr. 4592, 4623, 4626, 4631, 4635, 4637 Woolley. Eckhard Unger Ur (Urrind,Urstier)s. Diluvialfauna §5. Urartu. § i. Die Landschaft im N von Assyrien, mit dem Zentrum am Wan-See, hieß bei den Assyrern U. und ist dem heutigen s. Armenien gleichzusetzen. Die genaue Grenze des Landes gegen Assyrien ist nicht sicher bekannt. Nach einer An¬ gabe des Sanherib (Luckenbill Annals of Sennacherib 1924 S. 79 Z. 12, S. 84 Z. 54) lag der Berg Tas, wo sich Sanherib einen königlichen Lustgarten anlegen ließ (WVDOG 52 [1927] Bachmann; vgl. OLZ 1928 S. 17—20 E. Unger), „an der Grenze von U.“. Tas entspricht dem heutigen Bawian (s. Maltaja und Bawian). Auch Musasir (s. d.) gehörte zu U. und stand in Vasallenverhältnis zu ihm. § 2. Als Städte von U. werden genannt die Hauptstadt Tuschpa (s. d.), auch Tu- ruschpa genannt, Arzaskun, Sugunia (s. Fremdvölker C § 16), ferner einige Land¬ schaften, Himme, Uatqun, Mas(Bar)gun, Salua, Halila, Luha (Eluhat), Ni(Sal)lipahir und Zingun (AOB 1 S. 113 Anm. 9 E. F. Weidner), deren Lokalisierung noch nicht bestimmt werden kann. § 3. Die älteste Erwähnung von U. als Uruatri findet sich um 1300 v. C. bei dem assyr. König Salmanassar I. (AOB a. a. 0.). Besonders im 9. und 8. Jh. stand U. in feind¬ lichen Beziehungen zu Assyrien. Salmanas¬ sar III. besiegt den König Aram um 856 mehr¬ mals (s.Fremd völker C § 16). Dieser Aram gilt den heutigen Armeniern noch als Stamm¬ könig; mit ihm erlosch eine ältere Dyn., welche von den sog. Chaldern (s. Tuschpa) verdrängt wurde, die bis 585 v. C. regierten, wo sie von den Medern gestürzt wurden. An Königen sind bekannt; Lutipris; Sardur I. (um 830); Ispuinis (vor 817); Menuas (810 —785?); Argistis I. (785—60?); Sar¬ dur III. (760—33?); Rusas I. (733—14); Argistis II. (714—680?); Rusas II. (680 —645?); Sardur IV. (645—25?); Erime- nas (625—605?); Rusas III. (605—585). Interessant ist, daß der Name U. auch noch in pers. Zeit, z. Z. des Darius II., um 415 v. C., bekannt ist. Ein Hauptmann (saknu) der Leute von Urastu (= U.) und der Leute von Melidu (s. Melidia), namens Sames-barakku, Sohn des Nidintum-Bel, hat seinen Siegelabdruck auf einer Tafel hinterlassen (Univ. Pennsylv. Babyl. Sect.14 Nr. 995 Legrain). S. a. Tuschpa; ferner Fremdvölker C § 16, Band IV Tf. 72b, 76b, 82; Zf. Assyr. 14 S. 103ff. Streck; MVAG 1915, 3 S. 21 Forrer; ZfAssyr. 33 S. 27L Lehmann-Haupt. Eckhard Unger Uräus. § 1. Schlangen gehören zu den Tieren, die in Ä. an vielen Orten als heilig galten. Sie sind mehreren Göttern und Göttinnen geweiht, so daß man für jeden Einzelfall von vornherein nicht sagen kann, mit welcher Gottheit das betreffende Tier in Verbindung zu bringen ist. Schlangen werden auf Denksteinen von Privatleuten gelegentlich verehrt, und den Gott der Insel bei dem Lande Punt (s. d.) dachte man sich im MR als eine große Schlange („Drache“). Schlangensärge aus Bronze, oft von be¬ trächtlicher Länge, sind uns in größerer Zahl erhalten (Band XI Tf. 10a). § 2. In der bildenden Kunst wird die Schlange in verschiedener Form häufig als Dekorationsmotiv verwendet, abgesehen von den bildlichen Darstellungen des Jenseits, in denen eine große Schlange eine Rolle spielt. In ornamentaler Form erscheint die Schlange mit geringeltem Leib gern am Dach von Kapellen und Schreinen, zuweilen, wie auch sonst, in der Verwendung als heiliges Tier, lange Flügel vorstreckend. Aus Schlangen wird gern ein Fries gebildet, der als Krönung von Kapellen, als Aufsatz auf Hohlkehlen, besonders über Türen, und sonst wie eine Abschlußleiste verwendet wird (Band XII Tf. 88 a). Dabei sind entweder sämt¬ liche Schlangen in Vorderansicht gezeichnet, oder wenn sie in Seitenansicht gegeben wer¬ den, wendet sich die eine Hälfte nach 1., die andere nach rechts. In jedem Falle pflegt jede Schlange eine Sonnenscheibe auf dem Kopf zu tragen. S. a. Band I Tf. ib. § 3. Eine Gruppe für sich bildet die Ver-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29931125_0014_0064.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)