Volume 1
Reallexikon der Vorgeschichte : unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter / herausgegeben von Max Ebert.
- Max Ebert
- Date:
- 1924-32
Licence: In copyright
Credit: Reallexikon der Vorgeschichte : unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter / herausgegeben von Max Ebert. Source: Wellcome Collection.
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![steinzeitl. gegenüber durch bessere, sorg¬ fältigere Bearbeitung gekennzeichnet, wel¬ che durch die Anwendung von Mctallwerk- zeugen möglich wurde; auch die Art der Durchbohrung unterscheidet sich bedeu¬ tend von der steinzeitl. (Ph. Ö. Sehr. 27 [1886] S. 146 ff. Tischler). Dazu kommt nunmehr eine neue Art der Verwendung von B. auf, nämlich zu Einlagen in Bronze- Waffen (Dolch-und Schwertgriffen), Bronze¬ geräten und metallenen Schmucksachen. S. Einlage A. Im ostbalt. Hauptgebiet Ostpreußen wurden in Hügelgräbern der Per. III bei Rantau (Samland) zwar beträchtliche Men¬ gen bearbeiteten B. gefunden (flache, vier¬ eckige Platten, Halbkugeln und rundliche Perlen), in andern bronzezeitl. Funden jedoch nur wenige Bernsteinartefakte. In „hallstattzeitl.“ (zumeist früheisenzeitl.) Hügelgräbern Ostpreußens fand man oft rohen B., zuweilen in erheblichen Mengen, | bearbeitete Stücke jedoch seltener. Von diesen zeigen mehrere einen Typus, den ! Tischler (a.a.O. S 146) violinstegförmig genannt hat (Tf. 133 h). In Westpreußen ist die Zahl der bronzezeitl. Bernsteinfunde sehr gering; in der frühen EZ sind im Bereich der Gesichtsurnenkultur (s. d.; Pommern, Westpr., Polen) kleine Bcrnsteinperlen, oft zusammen mit Glasperlen, auf Metallringen aufgereiht, als Ohrgehänge an Gesichts¬ urnen nicht selten. Ähnlich wie im Ost¬ baltikum ist die Sachlage während der BZ und HZ im Westbaltikum; auch dort sind Bernsteinartefakte in dieser Zeit verhältnis¬ mäßig spärlich vertreten. In Schweden sind zwar einige Bernsteinfunde aus der Übergangszeit von der StZ zur BZ, dagegen fast gar keine aus der BZ und frühen EZ bekannt. In Dänemark sind nur sehr wenige bronzezeitl. Grabfunde, die Bern¬ steinperlen enthielten, aufgedeckt worden; S. Müller (NAK. I 323) betont, daß B. in der BZ in den Funden dieser Zeit nur wenig hervortritt, weil er anscheinend im N nicht besonders geschätzt wurde; ob dies eine zutreffende Begründung ist, erscheint zwei¬ felhaft (s. 0.). Schleswig-Holstein hat nach der Zusammenstellung von Olshausen (1890) im ganzen nicht viel bronzezeitl. Bernstein- artefakte aufzuweisen, wenn auch verhält¬ nismäßig mehr als Dänemark. Aus Meck¬ lenburg kennt Bcltz (VAM S. 194) nur eine Gräbergruppe der ält. BZ mit Bern¬ steinfunden; aus der j. BZ nur vereinzelte Funde (ebd. S. 255). In Pommern sowie in Nordwestdcutschland ist die Zahl der bronze- und hallstattzeitl. Bernsteinfunde ebenfalls gering. Das gleiche gilt im allg. von Mittel- und Süddeutschland, der Schweiz und den österr.-Ungar. Landen. Ausnahmen bil¬ den nur Böhmen und Hallstatt. Das früh- bronzezeitl. Gräberfeld von Aunjetitz (s. d.) hat eine ganze Anzahl von Bcrnstein¬ perlen geliefert, und auch in mehreren anderen bronzezeitl. Gräbern ist in Böh¬ men B.gefunden worden (s. Aunjctitzer Kultur § 4; Böhmen - Mähren D § 34). Olshausen (ZfEthn. Verh. 1891 S. 306 ff.) betrachtet die böhm. Funde als Beweis für den von ihm angenommenen „Elbeweg“ des Bernsteinhandels. Im Gräberfeld von Hallstatt (s. d.) sind Bern¬ steinperlenaußerordentlich häufig;daneben finden sich Ringe, End- und Mittelstücke von Schmuckgehängen aus B. „Auf allen Teilen des Grabfeldes findet man B. mit den verschiedenartigsten Beigaben, und aus dieser Allgemeinheit geht hervor, daßei wäh¬ rend der ganzen Per. der Benutzung desselben beliebt und nicht einmal besonders kost¬ spielig gewesen sein muß, da sonst ärmlich ausgestattete Leichen mit schönen Bern¬ steingehängen geschmückt waren“ (v. Sak- ken Grab/eld von Hallstatt S. 77—79 TI. 17). Daß solche Mengen von B. im Wege des Tauschhandels (gegen Salz) nach Hallstatt gelangt sind, kann wohl keinem Zweifel unterliegen (s. Bergbau A § 38, 42). Im Kaukasus ist B. in „hallstattzeitl.“ Gräbern (z. B. in Koban [s. d.] und Sam- thawro) mehrfach gefunden worden. In der BZ tritt der B. zum ersten Mal in Südeuropa auf, wo er zur StZ noch gänzlich fehlte. Die ältesten Funde von hier sind die aus den Schachtgräbern von Mykenä (s. d.), in denen Bernsteinpeilen in großer Menge gefunden wurden (Tf. 134b). Auch in den dortigen Kuppelgräbern, die der jüngeren myk. Zeit angehören, kommen sowohl Bcrnsteinperlen wie Rohbemstcin vor. Helm (Sehr. Nat. Ges. Danzig 6, 2 [1885]) hat den Bernsteinartefakten aus Mykenä besondere Untersuchungen ge-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29931125_0001_0655.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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