Volume 1
Reallexikon der Vorgeschichte : unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter / herausgegeben von Max Ebert.
- Max Ebert
- Date:
- 1924-32
Licence: In copyright
Credit: Reallexikon der Vorgeschichte : unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter / herausgegeben von Max Ebert. Source: Wellcome Collection.
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![durch die Succinitfunde grade an Siziliens Ostküste erklärt werden. Hierüber wird hoffentlich die Chemie noch einmal ein letztes Wort reden. § 5- Einige Halskettcnperlen haben sich schließlich in dem wichtigen Dolmen von Bisceglie (v. Duhn Ital. Gräberk. I [1924] S. 46 f.) gefunden und gehören zweifellos in eine ganz alte Zeit, die der apulischen Dolmen (Gervasio I Dolmen 1913 S. 16 f. und Abb. 3). Ob hier über die Adria verhandelte Stücke vorliegen oder Adria¬ bernstein, der, wenn auch heute selten, an der Westküste der n. Adria gefunden wird (Dali’Osso Gnida ill. d. Museo di An¬ cona 1915 S. XL1I—XLV), bedarf weiterer Funde und weiteren Studiums. § 6. Wenn auch schon während der BZ beachtet und, wie namentlich die reichliche Verwendung in Mykenä und Pylos lehrt, als Schmuckmittel geschätzt, wird doch für den B. erst das I. Jht., die HZimN(Archiv f. Anthr. 1905 S. 233 ff. Hoernes), die Villanovaperiode in Italien, die eigentl. Verbreitungszeit. Neben die schmückende Anwendung ist jedenfalls schon früh die den Benutzern gewiß rätselhafte physikalische Eigenschaft getreten, die magnetische Kraft und die Brennbarkeit. Die erstere verlieh dem Material die apotropäische Bedeutung, welche namentlich bei den in der Kultur zurückgebliebenen Volksstämmen, also in der Poebene, besonders im Picenum, aber auch in den Bergen Umbriens und Samni- ums dem Bernsteinschmuck zu einer so überwiegenden Bedeutung verhalf, einer Be¬ deutung, die in manchen dieser Gegenden noch heute nicht erloschen ist. Von unge¬ heuerlicher Größe sind manche der Bern¬ steinklunker, mit denen die großen Bogen¬ fibeln überzogen wurden (solche picentischcn Beispiele sind zusammengestellt Bull. Paletn. Ital. 32 S. 73 f.), oder die an Hals¬ ketten hängen. Von den mitunter einer einzigen Frau mitgegebenen Bernstein- massen gibt die gefüllte Schale von Bel- monte bei Dali’ Osso Guida ill. d. Mus. di Ancona S. 373 einen anschaulichen Be¬ griff (s. Belmonte Picen0 § 4). Plinius (XXXV1144) weiß zu erzählen von den lom¬ bardischen Bäuerinnen, die sich mit B. belu¬ den, um dadurch gegen Anschwellungen des Halses, wohl Kropf, gesichert zu sein. Wäh¬ rend je weiter nach S, um so zierlicher, mehr schmuckhaft aufgefaßt — griech. dort stark wirkender Anschauung gemäß — der Bernstein an Halsketten und an Ohrringen auftritt, zeigt er sich z. B. in Etrurien, in den mit orientalisierenden Herrlichkeiten I gefüllten Gräbern der Regolini-Galassi-Art in Caere, Vulci, Vetulonia, Veji, Praeneste (s. d.) als mächtige, goldgefaßte Fibclfüllung, als goldgerahmte Medaillons, als Waffcn- schmuck, gelegentlich auch figürlich zu- rechtgeschnitzt in großer Fülle, bleibt auch dort länger in Mode als in der griech. Welt, wenn er auch vom 4. Jh. ab stark zurücktritt. Unter all dem klappernden, glitzernden Tand, mit dem die Angst vor dem bösen Blick die Menschheit belud, behielt der B. eine Bedeutung, die höchstens mit der der obseönen Amulette und der der heute alles beherrschendenKorallen (s. d. B) —auch im Altertum wegen ihrer leuchtenden, die Augen auf sich lenkenden Farbe schon be¬ liebt — wetteifern konnte. Bis jetzt nur in : Vetulonia, dort aber in einer ganzen Reihe von Fällen (v. Duhn Ital. Gräberk. I 245, 246, 251 (?), 254 (?), 258, 262, 275), ist die Verwendung zahlloser kleiner Bernstein¬ stücke zur Herstellung großer Schmuck¬ decken in Gräbern des 6. Jh. auch wohl in letzter Linie apotropäisch zu deuten. Außer dem schon Angeführten: Stoppani I.'ambra nella storia e nella geologia 1886; Neue Heidefb. Jahrb. 2 (1892) S. 81 ff. v. Duhn; Gervasio 1 Dohnen 1913 S. 3S ff.; Schräder Reall. 2 I (1923) S. 94, 101; v.Duhn Ital. Gräberk. I (1924) Register. v. Duhn E. Pyrenäenhalbinsel. Der B. er¬ scheint in Spanien erst im Volläneol. und bleibt nur bis in den Anfang der BZ in Verwendung. Doch sind Funde von Bern¬ steinartefakten überhaupt selten. Der älteste Fund stammt von Los Miliares und gehört der volläneol. Almeriakultur an (s. Glockcnbec hcrkultur§i 6, Pyrenäen¬ halbinsel B § 19). In der gleichzeitigen Palmeliakultur Portugals ist B. bisher nicht beobachtet worden, wohl aber in der die Palmeliakultur unmittelbar ablösenden Alcalarkultur (Volläneol.; s. Glocken¬ becherkultur § 13, Pyrenäenhalb¬ insel B § 17). In Los Miliares (s. Mil¬ iares, Los) sind es olivenförmige Perlen, in den Gräbern von Alcalar (Algarve, Portu¬ gal) kleine kuglige Anhänger und Perlen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29931125_0001_0659.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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