Das primäre Scheidensarkom bei Kindern und Erwachsenen / von Dr. med. Münz.
- Münz, Dr. med.
- Date:
- 1895
Licence: Public Domain Mark
Credit: Das primäre Scheidensarkom bei Kindern und Erwachsenen / von Dr. med. Münz. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![das Vorhandensein von jungen quergestreiften Spindelzellen resp. \ Muskelfasern zu erwähnen, ein Befund, der Kolisko von solcher Bedeutung erscheint, dafs er sich des Gedankens nicht erwehren kann, dafs in allen anderen beschriebenen Fällen „die muskuläre Natur vieler der erwähnten Spindelzellen übersehen worden und dafs gerade das Vorkommen der Muskelzellen ein Charakteristikum I des kindlichen Scheidensarkoms sei.“ Andere Autoren allerdings, 9 wie z. B. Schuchardt und Fr ick, legen diesem Umstande keine I solch’ hohe Bedeutung bei; sie konnten trotz eifrigen Suchens in I ihren Präparaten eine Querstreifung der Spindelzellen nicht erblicken. Vom ätiologischen Standpunkte ist das Alter der Patientinnen /1 von Interesse. Schon Sänger machte darauf aufmerksam, dafs ' die meisten mit Scheidensarkomen behafteten Kinder in demselben Alter ständen. Und wirklich sehen wir, dafs sich von den 13 Patientinnen 10 in einem Alter von 1 bis 3| Jahren bewegen und dafs die übrigen noch jüngere Individuen sind, die eine 6, die an¬ dere 7 Monate alt. Auch bei der 5| jährigen Patientin De mm es wurde ja der Tumor bald bei der Geburt von den Eltern bemerkt, so dafs es als Norm angesehen werden kann, dafs keine das Alter von 3J Jahren überschritt. Auf Grund dieser Beobachtung findet 1 die Cohnheim’sche Theorie, dafs sich die Geschwülste und, wie es Untersuchungen von Kay, Jacobi, Ebert-Kocher u. A. be- | stätigen, insonderheit die Sarkome aus überschüssigen, in der em¬ bryonalen Zeit zurückgebliebenen Zellen entwickeln, eine wesentliche Stütze. Und in der That haben Ahlfeld, Kolisko, Zweifel, ] Sänger, Soltmann für die von ihnen beobachteten Fälle die Ansicht vertreten, dafs es sich bei ihnen um kongenitale Neubil¬ dungen handle, eine Ansicht, die um so berechtigter erscheint, wenn man bedenkt, dafs die Scheidensarkome bei kleinen Kindern papil- | lären Charakter tragen und nach Dohr ns Untersuchungen die Ent¬ wickelung und Wucherung der vaginalen Papillen eben auf einen Vorgang während der 8. und 9. Woche des fötalen Lebens zurück¬ zuführen ist. Die ebengenannten Autoren erblicken nun in dieser „Papillarwucherung, bei welcher überschüssiges Zellmaterial abge¬ lagert wurde,“ die primäre Ursache der Scheidensarkome. Ihre embryonale Natur wird noch plausibler, wenn man mit Hauser und Kolisko die in den mikroskopischen Schnitten gefundenen quergestreiften Muskelfasern als den durch ihre „Heterologie“ kennt¬ lichen Rest des embryonalen Geschwulstkeimes im Sinne Cohn¬ heims aufgefafst wissen will.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30591132_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)