Das primäre Scheidensarkom bei Kindern und Erwachsenen / von Dr. med. Münz.
- Münz, Dr. med.
- Date:
- 1895
Licence: Public Domain Mark
Credit: Das primäre Scheidensarkom bei Kindern und Erwachsenen / von Dr. med. Münz. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![externum, die Cervikalschleimhaut, die tieferen Schichten der Portio oder gar die Uterusschleimhaut ergriffen findet, unberücksichtigt lassen, da ja die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen ist, das Sarkom sei im Uterus primär entstanden und habe erst sekundär die Vagina in Mitleidenschaft gezogen, ein Vorkommnis, das gar nicht so selten zur Beobachtung gelangt. Darum ist es für die Diagnose eines primären i] Scheidensarkoms erforderlich, dafs man umgekehrt entweder das Fort¬ schreiten der Erkrankung von der Vagina auf die Umgebung verfolgt und nachgewiesen oder dafs man bei der Untersuchung alle Becken¬ organe intakt gefunden habe. In zweifelhaften Fällen kann einzig und allein die Autopsie den Ausschlag geben; findet man da den Uterus oder ein anderes in Frage kommendes Organ frei von sarkomatöser jj; Erkrankung, so steht nichts mehr im Wege, die Vagina als den primären Sitz des Sarkoms anzusehen. Des Interesses halber sei j noch an dieser Stelle erwähnt, dafs gar oft die Patientinnen, welche an einem halbkugelförmig in die Scheide vorspringenden Sarkom leiden, zu dem Arzte mit der Angabe kommen, sie hätten einen Scheiden- oder Gebärmuttervorfall. So in den Fällen von Menzel, Steinthal und in unserem Falle. Eine gynäkologische Untersuchung wird natürlich den Arzt vor diesem Irrtum schützen. Was nun die Prognose der Scheidensarkome bei Erwachsenen anbelangt, so gestaltet sich diese Im Allgemeinen hier etwas günstiger 1 als bei kleinen Kindern. Wir vermissen vor allem jene schweren Krankheitserscheinungen, wie sie bei kleinen Kindern auftreten und so oft in den urämischen Folgezuständen ihren tragischen Abschlufs finden. Die lokalen Beschwerden sind vielmehr hier von ziemlich geringfügiger Art und bleiben es auch im weiteren Verlaufe der Krankheit. Auch bezüglich der endgiltigen Heilung scheinen die Resultate etwas erfreulicher auszufallen als bei kleinen Kindern. . . . • Während unter den 13 erkrankten Kindern nur ein Heilerfolg zu konstatieren ist, so kann von den 11 erwachsenen Patientinnen die eine von Spiegelberg operierte Frau als definitiv geheilt betrachtet werden; bei der Patientin Menzels sind wir berechtigt, einen günstigen Heilerfolg anzunehmen, da die Wunde sehr schön ver¬ narbt war und 10 Monate nach der Operation noch kein Rezidiv sich eingestellt hatte. Auch in dem andern Spie gelbe rg’schen Falle zeigte die Wunde die beste Tendenz zur Heilung, und diese wäre vielleicht schliefslich eingetreten, wenn die Patientin nicht vor¬ her an einer interkurrenten Krankheit, an einer Thrombose, zu Grunde gegangen wäre. Bei allen übrigen Patientinnen folgten den Opera- . j](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30591132_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)