Weitere Erfahrungen im Gebiete der Uranoplastik mittelst Ablösung des mucös-periostalen Gaumenüberzuges / von B. Langenbeck.
- Langenbeck, Bernhard Rudolph Conrad von, 1810-1887.
- Date:
- 1863
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Credit: Weitere Erfahrungen im Gebiete der Uranoplastik mittelst Ablösung des mucös-periostalen Gaumenüberzuges / von B. Langenbeck. Source: Wellcome Collection.
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![alle Bemühungen vereitelt. Roux erzählt (Quarante annees d# ? pratique etc. p. 265), dass ein junger Mann, bei dem er du Staphylorrhaphie mit Glück gemacht hatte, während der Defec» 3 im harten Gaumen zurückgeblieben war, drei Jahre lang nicht i sprach, und mit keinem Menschen verkehrte. Eine ähnlich*. Renitenz zeigte ein junges Mädchen (No. 15), welchem ich 185ö i das Gaumensegel vereinigt hatte, während die Versuche den harte« Gaumen zu verschliessen, damals misslungen waren. Mit dem > nunmehr erreichten Verschluss des letzteren schwand diese Scheu l und es zeigte sich nun erst, dass sie mit ihrem Wissen in de« j Listen der Anstalt unter dem unrichtigen Namen Müller vert ] zeichnet worden war. Ebenso verhielt es sich mit dem unteMj No. 21 beschriebenen Fall. Richtete man bei der Untersuchung 1 des Defects irgend eine Frage an den Patienten, so griff er so), fort nach dem fortgenommenen Obturator, und es war ausserja ordentlich schwer, ihn ohne diesen zum Sprechen zu bewegen»: Dieser junge Mann motivirte sein Widerstreben auch noch durch« die Behauptung, dass er beim Sprechen ohne Obturator ein unj| erträgliches Gefühl von Luftmangel und Beengung tief in der Brust i empfinde, so dass anhaltendes Sprechen ihm ganz unmöglich seih Bei den angeborenen Gaumenspalten, wie bei den erworbenen(i Defecten, ist daher in allen Fällen ein eigentümlich scheues» Gesichtsausdruck, ähnlich dem Stotternder, nicht zu verkennen)}l und dieser tritt bei ersteren um so deutlicher hervor, je mehr sidt| in das verständige Alter eingerückt sind. Der Sprachfehler ist ein verschiedener bei den erworbened; Defecten mit unverletztem Gaumensegel, und bei den congenik talen Spaltungen, wo ja das Gaumensegel stets mitgespalten ist Im ersteren Fall tönt die Sprache mehr schnaubend und pfeifend und ist mehr nasal, im letzteren hervorstechend guttural, in beide» gleich schlecht und unverständlich. In beiden Fällen ist diO Bildung der Consonänten ungleich schwieriger und unvollkonH mener, als die der Vokale. Bei erworbenen Defecten wird ^ I Grad des Sprachfehlers weniger durch den Umfang des Defectes^ als durch die Lage desselben bestimmt, und derselbe ist](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22368644_0066.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)