Volume 1
Mikroskopische Anatomie, oder, Gewebelehre des Menschen. Zweiter Band : Specielle Gewebelehre / von A. Kolliker.
- Date:
- 1850-1854
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Credit: Mikroskopische Anatomie, oder, Gewebelehre des Menschen. Zweiter Band : Specielle Gewebelehre / von A. Kolliker. Source: Wellcome Collection.
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![gehen oder vielleicht einem kleinen Theile nach im Marke entspringen, worüber §. 116. zu vergleichen ist. Die Rückenmarksnerven bestehen zwar im Allgemeinen aus parallel und meist wellenförmig verlaufenden Röhren, von welchem Umstande auch das quergebänderte Ansehen derselben herrührt, zeigen aber doch im Verlaufe sehr häufig Anastomosen, durch welche die verschiedenen grösseren oder kleineren Plexus mit sich kreuzenden Fasern entstehen. Die Bildung derselben beruht auf einem Austausch ganzer Bündel oder Fasern, nie auf einem Zusammenhang der einzelnen Primitivfasern und bietet vom mikroskopischen Standpuncte aus nichts Bemerkenswerthes dar. — T h ei lu ngen der Nervenröhren kommen nach unseren bisheri- gen Erfahrungen in den Stämmen und grösseren Aesten der Rücken- marksnerven der Säugethiere nicht vor [bei den Fischen sah Stan- iiius vielfache Theilungen in den Stämmen von motorischen und ge- mischten Nerven (.Archiv für phys. Heilk. 1850, St. 77)], ebenso wenig eine erhebliche Aenderung in ihrem Durchmesser; dagegen fin- den sich allerdings auch beim Menschen in den Endausbreitungen solche Theilungen und zugleich eine sehr bedeutende Abnahme der Röhren in ihrem Durchmesser, mit Bezug auf welche Verhältnisse und auf die Endigungen in Haut, Muskeln, Knochen, Häuten überhaupt auf die oben gegebenen Schilderungen (§§. 11, 41, 77, 102, 120) verwiesen wird , und hier nur noch das bemerkt werden soll, dass ich auch in der Scheide des Menschen Theilungen der Nervenröhren sah, ferner dass Schaffner (I. i. c.) in Amphibienmuskeln ganz feine Ausläufer von Schlingen dunkelrandiger Röhren beschreibt, die mir nichts als Reste der embryonalen blassen Fasern zu sein scheinen, wie man sie in den Haut- nerven dieser Thiere so häufig sieht. Nur eine Art der Endigung der Rückenmarksnerven ist hier noch zu besprechen, die in den Pacinischen Körperchen. So nannten Henle und ich {lieber die Pacin. Körperchen des Menschen und, der Thiere, Zürich 1844) von dem Italiäner Pacini {Nuovi organi scoperti nel corpo umano, Pistoia 1840) zuerst genauer beschriebene kleine Organe, namentlich an den Nerven der Handfläche und Fusssohle, die allerdings, wie Langer in Wien später nachwies, schon von dem Deutschen A. Vater {J. G. Lehmann, de consensu partium corp.hum. Vitembergae 1741) ge- sehen, jedoch in ihrer Bedeutung nicht erkannt worden waren. Diese Organe von elliptischer oder bimförmiger Gestalt, weisslich durchscheinen- der Farbe, mit einem weisseren Streifen im Innern und von %—2Grösse finden sich beim Menschen constant an den Hautnerven der Handfläche und Fusssohle in dem Unterhautzellgewebe selbst und zwar am zahlreich- sten an den Fingern und Zehen, namentlich am dritten Abschnitte derselben [nach Herbst {Die Pacin. Körperchen und ihre Bedeutung, Gött. 1847) finden sich an der Hand ungefähr 600, amFuss etwas weniger], ausserdem zeigen sie sich, was hier ebenfalls besprochen werden mag, ohne Ausnahme an den grossen sympathischen Plexus vor und neben der Aorta abdomi- H0llikermikr.Anatomie.il. ‘VI](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21938702_0001_0529.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)