Grundriss der Materia medica : für praktische Ärzte und Studirende mit besonderer Rücksichtnahme auf die Pharmacopoea Germanica / bearbeitet von Hermann Köhler.
- Köhler, Hermann.
- Date:
- 1878
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Credit: Grundriss der Materia medica : für praktische Ärzte und Studirende mit besonderer Rücksichtnahme auf die Pharmacopoea Germanica / bearbeitet von Hermann Köhler. Source: Wellcome Collection.
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![vorliegt, dürfte sonach vielleicht eine Zukunft haben. Vorerst werden alle damit angestrebten Kraukheitsheilungen ausschliesslich den Werth klinischer Experimente zu beanspruchen haben. Birch fand übrigens, dass das Wasserstoffsuperoxyd [aus durch Chlorwasserstoffsäure zersetztem Bariumsuperoxyd dargestellt; spec. Gewicht 1,452] von den Meisten nicht vortragen wird. Richardsou Hess sog. Ozonäther inhaliren. b. Zum Ersatz integrirender Bestandtheile des Blutes, an deren Vorhandensein das Vorsichgehen der Oxydation des letzteren und die Functionsfähigkeit desselben überhaupt gebunden ist, dienende Arzneistoffe. II. Ferri praeparata. Eisenpräparate. Dass die roborirende Wirkung der Eisenmittel schon im Yulksmunde der ältesten Zeiten lebte, geht aus dem Mythus des durch in Wein genommenen Eisenrost von (Impotenz genesenen Argonauten Iphikles deutlich hervor. Gleichwohl wurden bis in das 16. Jahrhun- dert n. Chr. vorzugsweise die sogenannten adstringirenden Eigenschaften der Eisenpräparate für die externe oder chirurgische Anwendung ver- werthet. In beiden Naturreichen ist das Eisen sehr verbreitet, so verbreitet, dass überhaupt nur äusserst wenige Minerahen völlig eisenfrei sind. Die wichtigsten natürlich vorkommenden Eisenverbindungen sind das als Hämatit, Braun- und Magnet- eisenstein anzutreffende Eisenoxyd und die Schwefelungsstufen des Eisens (Schwefel- kies). Als doppeltkohlensaures Eisenoxydul stellt Eisen einen wichtigen Bestand- teil der Eisenwässer {eisenhaltigen Mineralbrunnen), wie Alexisbad, Altwasser, Antogast, Freiersbach, Griesbach, Kippoldsau, Brückenau, Cudowa, Driburg, Flins- berg, Freienwalde, Hofgeismar, Königswarth, Liebenstein, Muskau, St. Moritz, Nieder- langenau, Pyrmont, Reinerz, Schwalbach, Spaa, dar. Fast alle Pflanzenaschen ent- halten Eisen. Mehr als alle diese Vorkommnisse interessirt uns, dass das Eisen einen in- tegrirenden Bestandteil desHämoglobins der ruthen Blutkörperchen, welches 0,43% Eisen enthält, während das Plasma völlig eisenfrei ist, darstellt. Dass Eisen in die chemische Verbindung, welche wir Hämoglobin nennen, eintritt und den rothen Blut- körperchen nicht etwa mechanisch beigemengt ist, geht aus der Thatsache hervor, dass wir, um dasselbe in den genannten Zellen nachweisen zu können, erst die orga- nische Substanz zerstören müssen. Ob das Eisen als solches, oder als Oxyd, oder endlich ob es als phosphorsaures Salz in den Blutkörperchen existirt, sind wir zu entscheiden derzeit nicht im Stande. Die Gesammtmenge des im erwachsenen Thier- körper enthaltenen Eisens auf metallisches Eisen reducirt, ist keine beträchtliche; ein erwachsener Mensch zu 70 Kilo gerechnet würde nicht mehr als 3,4996 Grm. Eisen enthalten, der Vorschlag der Franzosen Deyeux und Parmentier, aus dem aus veraschtem Blute berühmter Männer chemisch isolirten Eisen Denkmünzen zu schlagen würde somit auf einen beträchtlichen Mangel an Material als Haupthinderniss](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2038841x_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)