Sexualleben und Nervenleiden : Die nervösen Störungen sexuellen Ursprungs. Nebst einem Anhang über Prophylaxe und Behandlung der sexuellen Neurasthenie.
- Loewenfeld, Leopold, 1847-1924.
- Date:
- 1899
Licence: Public Domain Mark
Credit: Sexualleben und Nervenleiden : Die nervösen Störungen sexuellen Ursprungs. Nebst einem Anhang über Prophylaxe und Behandlung der sexuellen Neurasthenie. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University Libraries/Information Services, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University.
113/284 page 97
![Schwert sie natürlich in ausserordentUch hohem ]\Iaasse das Auf- geben der schhmmen Gewohnheit. Mitunter kommt es aber erst nach letzterem zu dem Ueberwuchern des Lasciven in der Phan- tasie; dieser Umstand trägt dann zu dem Auftreten der Pollu- tiones nimiae und der Spermatorrhoe sehr wesentlich bei. In vielen Fällen stellen sich Erscheinungen von Seiten des Gehirns als erste Störung im Nervensystem ein und in anderen treten sie schon auf, nachdem die Rückenmarkssymptome sich nur kurze Zeit und in geringfügiger Weise geltend machten. Zum Theil sind hier jedenfalls individuelle Verschiedenheiten in der Widerstandsfähigkeit des Rückenmarkes und Gehirnes und in der psychischen Constitution der Masturbanten im Spiele. Personen, welche sich ernste Scrupel über ihr geheimes Treiben machen, sind im Allgemeinen mehr disponirt, cerebrasthenisch zu w^erden, als andere, die sich über ihr Thun keinen weiteren Gedanken hingeben. Das psychische Verhalten der ersteren macht deren Gehirn zu einem Locus minoris resistentiae für die Wirkungen der Onanie. Den gleichen Einfluss äussern andere Umstände. Es ist gewiss kein Zufall, dass bei einer grossen Anzahl von jungen Leuten meiner Beobachtung, vor Allem bei Studirenden, aber auch bei jungen Lehrern, Amtsgehilfen, Commis, sich lediglich oder vorwaltend Erscheinungen cerebraler Neur- asthenie (Kopfeingenommenheit, Kopfschmerz, verringerte geistige Arbeitskraft, Schwindel, Sehstörungen, Gemüthsverstimmung, Angstzustände etc.) als Folgen andauernder onanistischer Ge- pflogenheiten einstellten. Die ausschliessliche oder vorwaltende Betheiligung des Gehirns in diesen Fällen erklärt sich aus dem L^mstande, dass die Betreffenden ausnahmslos schon während ihrer Schul- fresp. Gymnasial- oder Seminar-)jähre der [Mastur- bation sich ergaben. Es ist naheliegend, dass das Zusammen- treffen geistiger Anstrengungen und onanistischer Reizungen wäh- rend der Entwickelungsperiode des Gehirns speciell dieses Organ in seiner Widerstands- und Leistungsfähigkeit schädigt ^). Diese ^) Dass der erschöpfende Einfluss der Onanie vorzugsweise im Bereiche solcher Centraltheile sich geltend macht, die sich anhaltend in Thätigkeit befinden, zeigt auch das Vorkommen von Schreibekrampf bei der ^Masturbation ergebenen Löwenfeld, Sexuell-nervöse Störungen. 7](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21214621_0113.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image