Sexualleben und Nervenleiden : Die nervösen Störungen sexuellen Ursprungs. Nebst einem Anhang über Prophylaxe und Behandlung der sexuellen Neurasthenie.
- Loewenfeld, Leopold, 1847-1924.
- Date:
- 1899
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Credit: Sexualleben und Nervenleiden : Die nervösen Störungen sexuellen Ursprungs. Nebst einem Anhang über Prophylaxe und Behandlung der sexuellen Neurasthenie. Source: Wellcome Collection.
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![neuerer Zeit ist man fast allgemein der Anschauung, dass der Spermaverlust für die Wirkungen der sexuellen Ausschweifungen und der ^lasturbation belanglos ist, weil das selbst durch häufige Samenentleerungen dem Körper entzogene Eiweissquantum fi_ir die Allgemeinernährung nicht ernsthaft in Betracht kommen kann, und dass sonach die Benachtheiligung des Nervensystems durch die genannten sexuellen ^lissbräuche sich nur aus dem Einflüsse der Einzelacte erklären lässt. Hiebei wird zumeist angenommen (Erb, Fürbringer, Curschmann, Hammond u. A. I, dass sowie der Schlusseffect. die Ejaculation, so auch die Einwirkung auf das Nervensystem bei der r\Iasturbation und der Cohabitation völlig oder im Wesentlichen gleich sei. Der Schaden, den die Onanie anrichtet, würde demnach nur aus der Häufigkeit der Einzelacte und dem relativ frühen Beginn der- selben bei noch unentwickeltem Nervensystem erwachsen. Ob- wohl ich letzterer Anschauung mich im Wesentlichen ^ i an- schliessen muss, kann ich doch die Prämisse bezüglich der Identität der Rückwirkung auf das Nervens\*stem beim natür- lichen Geschlechtsverkehre und bei der Masturbation nicht ganz zugeben-). Erb bemerkt bezüglich dieses Punktes: ,,Der Effect auf das Nervensystem muss doch für den ]\Iann im Wesentlichen derselbe sein, ob die Friction der Glans in der weiblichen X^ao'ina oder irgendwie sonst ausgeübt wird; die nervöse Erschütterung bei der Ejaculation bleibt dieselbe; eher dürfte wohl anzunehmen sein, dass beim Gebrauche eines Weibes die nervöse Aufregung noch grösser sei.' Die Annahme wäre ganz zutreffend, wenn die Friction der Glans das einzige bei der Cohabitation die ') Im AVesentlichen, i. e. ich möchte nicht behaupten, dass die Samenver- luste bei excessiver Masturbation für die Körperöcouomie ganz gleichgültig sind. Allein wir sind vorläufig ausser Stande zu beuitheilen, welche Bedeutung denselben zukommen mag, während die directe nervenschädigende Wirkung der masturba- torischen Einzelacte ganz zweifellos ist. ^) Auch von Schrenk-Xotzing undRohleder haben sich gegen die Annahme einer Identität der U'irkungen des onanistischen Einzelactes und des Coitus auf das Nervensystem in neuerer Zeit ausgesprochen. Ersterer Autor betont die intensive psychische Mitwirkung, welche die Onanie erfordert, er hält es auch für fraglich, ob rein körperlich Beischlaf und Masturbation gleichwerthige Acte sind. Rohleder erachtet in mehrfacher Hinsicht die Onanie für .-schädlicher als den in gleichem Maasse betriebenen Coitus.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21214621_0123.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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