Die pathologische Anatomie des Auges / bearbeitet von Richard Greeff.
- Richard Greeff
- Date:
- 1902-1906
Licence: In copyright
Credit: Die pathologische Anatomie des Auges / bearbeitet von Richard Greeff. Source: Wellcome Collection.
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![von wuchernden Hornhautkörperchen herstamme, sondern auch davon, dass in der Intercellularsubstanz aufgegangene (schlummernde) Zellen wieder als Zellen erkenn- bar würden (aufwachten), wobei aber die aufgewachten Zellen keineswegs den schlafen gegangenen zu entsprechen brauchen, sondern aus neuen Zusammenlagerungen der in der Grundsubstanz schlummernden Moleküle von Kern- und Zellsubstanz ent- stehen, wie Krystalle, „welche aus einer Zuckerlösung oder Mutterlauge auskrystalli- siren. Dabei sollen zuerst kleine, später grösser werdende Kerne, dann der Zellen- leib mikroskopisch erkennbar werden und die Spiessfiguren in der entzündeten Hornhaut sollten im wesentlichen das Resultat der Zellenumbildung der Grund- substanz sein. Grawitz, Atlas d. path. Histol. 1893. — Virchow's Arch. 144. S. 1. 1896. — D. med. Woch. 1896. No. 26. — Ueber Leben und Tod, Rectoratsrede. Greifs- wald. 1896. — Virchow's Arch. 158. S. 1. 1899. — Kruse, V. A. 128. S. 251. 1892. — Buddee, Exp. Unters, üb. Hornhautentzündung. Diss. Greifswald. 1894. — V. A. 147. S. 217. 1897. — Anders, Beob. üb. Entsteh, von wand. Zellen. . . . Hornhaut des Frosches. Diss. Greifswald. 1894. Die Grawitz'sehe Annahme hat allgemeine Ablehnung erfahren (Klemen- siewiez, Ueber Entz. u. Eit. [Amphibienhornhaut]. Jena. 1893. — Yamagiva, Virch. Arch. 137. S. 77. 1894. — Schnaudigl, v. Graefe's Archiv. 51. S. 387. 1899. - Goecke, Ziegl. Beitr. XX. 293. 1896 [Frosch, Taube]), sie hat ihren letzten Credit verloren, als Grawitz ohne Berücksichtigung der vorher angeführten v. Recklinghaus en'schen Beobachtungen erklärte, in todte Hornhäute wanderten unter keinen Umständen Zellen ein, die Senft leben' und Leb er'sehen Versuche seien nicht an todten, sondern an nur geschädigten, aber erholungsfähig gebliebenen Hornhäuten angestellt worden, welche in den Experimenten sich thatsächlich wieder erholt und die vorgefundenen Zellen aus sich heraus gebildet hätten. Wie gross die Erholungsfähigkeit geschädigter Hornhäute sei, dafür bringt Grawitz Experimente, bei denen er im wesentlichen Froschlymphsäcke als die geeignetsten Erholungs- stätten nicht nur für Froschhornhäute, sondern auch für solche von Warmblütern be- nutzte. Es war schon ein absonderlicher Gedanke, dass geschädigte Warmblüter- hornhäute (z. B. eine 12 Tage alte verschimmelte Hasenhornhaut) gerade in Frosch- lymphsäcken so besonders günstige Erholungsbedingungen gefunden haben sollten, dass ihre Zellen nicht nur wieder den gewöhnlichen Ernährungsstand erreichten, sondern sogar zu einer für sie ganz ungewöhnlichen Mehrleistung, zu gewaltiger Wucherung befähigt würden. Es konnte aber auch ganz direct von Saxer, Verhdl. d. Naturf.-Vers. 1896. Ctbl. f. allg. Path. 1897. S. 753. — Orth, Nachr. der Ges. d.W. in Göttingen. Math. phys. Cl. 1897. — Lange (Orth), Ctbl. f. allg. Path. VIII. 609. 1897. — Lubarsch, Ergebn. III. 611. 1897. — D. med. Woch. 1898. No. 32 die Unrichtigkeit der Grawitz'schen Angaben nachgewiesen und von Neuem festgestellt werden, dass das typische und charakteristische Entzündungsbild der Hornhaut mit seinen Spiessen und Gittern ohne jede Theilnahme von Hornhaut- körperchen einzig und allein durch Wanderzellen bewirkt werden kann, für deren, der Hauptmenge nach, an den Kernen und der Körnung erkennbare Uebereinstimmung mit Leukocyten ich einstehen kann. Die Eiterinfiltration hat auch hier eine Er- weichung der Hornhaut zur Folge, welche so ausgedehnt werden kann, dass das ganze transplantirte Stück völlig zerfliesst. Aseptisch transplantirte Hornhäute können in typischer Weise durch Granulationsgewebe mit Leukocyten und Fibroblasten or- ganisirt werden. Eine genauere Untersuchung der entzündeten Kaninchenhornhaut besonders in Rücksicht auf die einwandernden Zellen hat Councilman (Journ. Boston Soc. of med. Sc. 1899) geliefert. Schon 15 Min. nach centraler Infection der Hornhaut mit Staphylokokken kann man in der Conjunctiva die gewöhnlichen körnigen Leuko- cyten finden, welche auch zuerst in der Hornhaut erscheinen und überhaupt die Hauptmasse der Wanderzellen bilden. Nach 18—24 Stunden erscheinen in den peripherischen Abschnitten einzelne nicht gekörnte Leukocyten, erst nach 4 Tagen Lymphocyten, welche nur in den Saftkanälchen der Peripherie gefunden werden und wahrscheinlich nicht aus dem Blute, sondern dem Lymphdrüsengewebe stammen, end- lich nach dem 5. Tage erscheinen im äusseren Drittel der Hornhaut auch Plasma- zellen, d. h. umgewandelte Leukocyten. In den beiden letzten Formen finden sich mitotische Theilungen, in den beiden anderen nicht.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21286498_0152.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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