Medecinisches aus der altfranzosischen Dichtung / von Oscar Kühn.
- Oscar C. Kuehn
- Date:
- 1904
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Credit: Medecinisches aus der altfranzosischen Dichtung / von Oscar Kühn. Source: Wellcome Collection.
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![die Zahl der prosaischen wie poetischen Schriften berühmter französischer Ärzte und Laien, die teils in lateinischer, teils in französischer und provenzalischer Sprache von der Heilkunde handeln. Von diesen Werken und ihren Verfassern hat Gustav Gröber in seinen Aufsätzen „Die lateinische Literatur im „Grund- riß der romanischen Philologie, II. Bd., i. Abt., S. 259 f. und 386 {. (für die lateinischen Schriften dieser Art) und „Die französische Literatur, ib., II. Bd., I. Abt., S. 1036 f. (für die französischen Werke), sowie Albert Stimming in seinem Artikel „Provenzalische Literatur, ib., IL Bd., 2. Abt., S. 42 f. und 68 (für die provenzalischen Schriften) eine gedrängte Übersicht gegeben, der wir uns im folgenden anschließen wollen. Die ersten Quellen einer medizinischen lateinischen Prosa- literatur beginnen nach Gröber^) für Frankreich, ebenso wie für England und Deutschland, seit der Mitte des 13. Jahrhunderts zu fließen, während sich in Italien, der eigentlichen Pflanzstätte der Medizin im Mittelalter, bereits seit dem ii. Jahrhundert eine ziemlich umfangreiche Literatur von medizinischen, in lateinischer Sprache abgefaßten Prosawerken entwickelte, deren Grundlage zunächst die älteren lateinischen Bearbeitungen der alten griechischen Ärzte, dann die medizinischen Schriften der Araber und schließlich die der griechischen Ärzte selbst sind. Die Werke der lateinisch schreibenden Autoren Frankreichs, die allein für uns hier in Betracht kommen, sind zum allergrößten Teile keine sklavischen Nach- ahmungen oder Übersetzungen älterer Vorlagen, sondern vorwiegend eigene, selbständige Arbeiten, vielleicht mit einiger Anlehnung an schon vorhandene Werke. Von den medizinischen Schriftstellern des mittelalterlichen Frankreich, die in lateinischer Prosa eine Darstellung der Heilkunde gaben, ist in erster Linie der berühmte, aus Frankreich [nicht aus England (Schottland), wie Gröber, a. a. O., Lat. Lit, S. 259 und Haeser, a. a. O;, I, S. 711 meinen; ugl. darüber Littre, Hist. litt, XXV, S. 321—337] stammende und als Professor zu Montpellier tätige Arzt Bernard Gordon2) (f nach 1317) zu nennen, dessen Schriften im ganzen Mittelalter bekannt waren und nach Jacob^) später auch ins Französische 1) a. a. O., Lat. Lit., S. 258. 2) Vgl. Hist. litt., XXV, S. 321—337, Hacser, I, S. 711 t. 3) Jac. rec. (s. die Abkürzungen am Schlüsse der Arbeit), S. 406 f. Anm. 4. 1*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22651408_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)