Die chemische Konstitution des Gehirns des Menschen und den Tiere : Nach eigenen Forschungen bearbeitet / von J. Ludwig W. Thudichum.
- Johann Ludwig Wilhelm Thudichum
- Date:
- 1901
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Credit: Die chemische Konstitution des Gehirns des Menschen und den Tiere : Nach eigenen Forschungen bearbeitet / von J. Ludwig W. Thudichum. Source: Wellcome Collection.
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![Krystalle, entweder kleine Prismen oder sechsseitige, in der Mitte erbsenförmig gewölbte Tafeln. Es hielt die Substanz für einfach und nannte sie Lactose; er schrieb ihr ein spezifisches Drehungs- vermögen von [a]-D = 83 22 und dasselbe Reduktionsvermögen für Kupferoxyd wie das des Traubenzuckers zu; ihre Lösung sollte ohne weitere Veränderung in Gährung übergehen. Diese Unter- suchung blieb insofern hinter derjenigen Dubrunfaut's zurück, als sie die gleichzeitige Bildung von zwei verschiedenen Zucker- arten aus Milchzucker nicht ans Licht stellte. Fudakowsky (Warschau) kochte Milchzucker mit einer Mischung von 93^/2 Teilen Wasser und 6V2 Teilen Schwefelsäure während einer Stunde, fällte die Schwefelsäure mit Kreide, den Gyps mit Baryt, den Ueberschuss des letzteren mit Kohlensäure und verdampfte zum Syrup. Der letztere krystallisierte langsam für sich selbst, aber schneller mit Hülfe von Alkohol. Die ersten Krystalle bestanden aus Galactose, die späteren, von der alkoho- lischen Mutterlauge abgesetzten zarten Krystallblättchen aus ver- meintlicher Dextrose. Die letzteren konnten aus beinahe abso- lutem Alkohol (95 bis 98 /o) umkrystallisiert werden. Die Zirkumpolarisation der Galactose fand Fudakowsky = [a]i) = 92*^83, demnach etwa 10° höher als Pasteur für sein Produkt angegeben hatte. Die Rotation des zweiten Produkts, der angeblichen Dextrose, war = [ajo = 62°83, demnach etwa 10*' höher als allgemein für Dextrose angegeben wird. Das Reduktions- vermögen der Galactose war geringer als das der Lacto-Dextrose, nämlich 0.061 gr = 10 cc Fehling'sehe Lösung oder i gr = 81 cc Fehling'scher Lösung, was genau einem Verhältnis von i Aequi- valent Dextrose zu 8 Aequivalenten Kupferoxyd entspricht. Fudakowsky stellte aus der Dextrose Glukonsäure, aus der Galactose Schleimsäure, aus beiden Zuckerarten Acetylderivate dar. Die Zersetzung des Milchzuckers wurde durch P. Clässen (Lund in Schweden) (»Journ. f. prakt. Chem.« 20 [1879], 29) durch folgende Experimente zu bestätigen versucht. Er löste wasserfreien Milchzucker in Chlorsulphonsäure (HOSOjCl); bei hinreichender Konzentration krystallisierte die Lösung nach kürzerer oder längerer Zeit; die von Mutterlauge befreiten Krystalle waren Dextrose-Mono- chlorid-Tetra-Schwefelsäure. DieGalactose-Monochlorid-Tetra-Schwe- felsäure soll in der Mutterlauge bleiben; sie war aber nicht krystal- lisierbar. Cläss en's Versuche unterstützen daher nur die Theorie der Bildung von Dextrose aus Milchzucker, aber nicht die der Ga- lactose, in Betreff welcher sie keinerlei Material zu Betrachtungen liefern. Soxhlet (»Journ. f. prakt. Chem.^ 21 [1880], 267) kochte einen Teil Milchzucker mit 4 Teilen 5 prozentiger Schwefelsäure 6 Stunden lang, und neutralisierte die Mischung durch Aetzbaryt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b23984569_0216.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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