Die chemische Konstitution des Gehirns des Menschen und den Tiere : Nach eigenen Forschungen bearbeitet / von J. Ludwig W. Thudichum.
- Johann Ludwig Wilhelm Thudichum
- Date:
- 1901
Licence: In copyright
Credit: Die chemische Konstitution des Gehirns des Menschen und den Tiere : Nach eigenen Forschungen bearbeitet / von J. Ludwig W. Thudichum. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by Royal College of Physicians, London. The original may be consulted at Royal College of Physicians, London.
26/364 page 10
![lO und ihre Entdeckung wird nicht nur nicht gemacht, sondern durch irrtümliche Annahmen noch erschwert. Ein wirklicher Fortschritt in der Erforschung des Gehirns wurde erreicht durch die Untersuchung von Leopold Gmelin (»Repert. f. d. Pharm.« 52, 169; »Zeitschr. f. d. Physiol.« von Tiede- mann und Treviranus i, 119; auch in Gmelin und Tiede- mann, »Die Verdauung nach Versuchen«, 1826). Infolge dieser Arbeit unterschied er ein pulverförmiges Fett und ein schuppig krystallinisches, welches letztere er mit dem Chole- sterin der Gallensteine übereinstimmend fand. Das letztere er- hielt er durch Kochen des Gehirns mit Alkokol, Krystallisieren des Extracts und Umkrystallisieren des Produkts mit häufigem Pressen zwischen Löschpapier, bis es frei von schmierigen und talgartigen Bestandteilen war und nur aus kleinen krystallinischen Plättchen bestand. Das wachsartige Hirnfett blieb an dem Boden der Gefässe hängen, aus dem er Cholesterin krystallisierte, und wurde mechanisch isoliert. Diesen bedeutenden Resultaten waren die Untersuchungen O. B. Kühn's (»De cholesterinoeique simi- libus pinguedinis corporis humani formis.« Dissert. Lipsiae, 1828; Auszug in »Kastners Archiv f. d. Natur- lehre« 13 [1828], 337) keineswegs an Wert gleich; im Gegenteil, .sie waren eher ein Rückschritt zu nennen. Er trennte Cholesterin von Vau qu elin's »weisser Substan z« mit Aether und erhielt es mit phosphorhaltigen Substanzen gemischt; da er aber einen neuen Körper vor sich zu haben glaubte, und Gmelin 's Reinigungs- prozess des Cholesterols entweder vernachlässigte oder nicht effektiv ausführte, so kam er zu falschen Schlüssen; er nannte sein Produkt Cerebrin, unterschied es vom Cholesterol der Gallensteine, und unternahm Gmelin zurecht zu setzen. Er erhielt auch das pulver- förmige Fett als den in Aether unlöslichen Anteil und nannte es Myelokon (Markpulver). Er scheint auch die braune Materie bemerkt zu haben, welche später Couerbe als Cephalot be- zeichnete. Im Jahre 1830 machte Lassaigne eine Analyse der Sehhaut (Netzhaut) des Auges, der Retina und der Sehnerven (»Ann. Chim.« 45, 215; »Journ. de Chim. Med.« 2^^ serie, l, 344; ^Compt. Rend.« 9, 703; 11, 763). Er fand die Constituentien in beiden ihrer Natur nach identisch, aber die Retina enthielt mehr Wasser als der Sehnerv. Die Constituentien der Retina waren in 100 Teilen: Wasser Verseifbares Fett und Cerebrin Eiweiss 92.90 0.85 6.25](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b23984569_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


