Die chemische Konstitution des Gehirns des Menschen und den Tiere : Nach eigenen Forschungen bearbeitet / von J. Ludwig W. Thudichum.
- Johann Ludwig Wilhelm Thudichum
- Date:
- 1901
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Credit: Die chemische Konstitution des Gehirns des Menschen und den Tiere : Nach eigenen Forschungen bearbeitet / von J. Ludwig W. Thudichum. Source: Wellcome Collection.
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![Der Sehnerv gab in loo Teilen; Wasser . Cerebrin O s m a z o n und Kochsalz Gelatine 70.36 4.40 0.42 275. Eine umfangreiche chemische Untersuchung des Gehirns wurde im Jahr 1834 von J. P. Coucrbe publiziert. Er hatte sie der Akademie der Wissenschaften zu. Paris am 30. Juni 1834 vor- gelegt; da sie aber von dieser Körperschaft nicht für wertvoll ge- halten wurde, publizierte er sie in »Ann. Chim.« 2^ serie, 56, 160—193. Couerbe erfuhr die schärfste krittelnde Opposition von Seiten Fremys, der ebenfalls Untersuchungen über das Hirn angestellt hatte. Nach dieser Arbeit Fremy's versuchte Couerbe von neuem, seinen Anspruch auf Beachtung geltend zu machen (»Nouvelles considerations sur le Cerveau«; »Compt. Rend.« 10 [1840], 974) und verteidigte sich gegen die Critismen seines scheinbar gewichtigeren Gegners. Die Akademie ernannte einen berichtenden Ausschuss, in welchem die Namen von Chevreul, Dumas und Pelouze erschienen. Der Berichterstatter konzen- trierte seine kritischen Ausstellungen auf eine einzige, angeblich irrtümliche Angabe von Couerbe, nämlich dass die Hirnfette Schwefel enthielten ; er behauptete, dass F r e m y die Angabe des Vorkommens von Schwefel in den Hirnfetten als unbegründet be- wiesen habe, und dass deshalb die ganze Untersuchung Couerbe's wertlos sei. Es ist unzweifelhalt, dass sich unter den spezifischen Constituentien des Gehirns einige schwefelhaltige befinden, vom Eiweiss, welches Fremy vorschob, ganz abgesehen. Daher war die Angabe von Fremy ganz falsch, die von Couerbe aber teil- weise falsch, teilweise richtig, wenn auch irrtümlich in Bezug auf mehrere Körper, welche sicherlich keinen Schwefel enthalten. Couerbe gab an, dass er aus dem menschlichen Gehirn fol- gende »unmittelbare Prinzipien« isoliert habe. 1) Ein gelbes pulveriges Fett = Stearokonot 2) Ein gelbes elastisches Fett = Cephalot 3) Ein gelblich-rotes Oel = Eleencephol 4) Die weisse Materie Vauquelin's — Cerebrot 5) Cholesterin. Zur Isolierung dieser Materien verfuhr er wie folgt. Er wusch das von den Membranen befreite Gehirn zur Entfernung des Blutes mit Wasser, zerrieb es in einem Mörser und macerierte es mit kaltem Aether. Die erste Portion zog wenig mehr als Wasser aus. Es bedurfte vier aufeinander folgender Behandlungen mit Aether, um alles darin Lössliche zu entfernen. Der Aether wurde nun ab-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b23984569_0027.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


