Der Zusammenhang gewisser Lungenkrankheiten mit primären Rippenknorpelanomalieen / von Wilhelm Alexander Freund.
- Wilhelm Alexander Freund
- Date:
- 1859
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Credit: Der Zusammenhang gewisser Lungenkrankheiten mit primären Rippenknorpelanomalieen / von Wilhelm Alexander Freund. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![seiner Begründung aufgestellt worden; sie tragen immer den Charakter der jedesmal herrschenden Forschungsriehlung. Aber die Schwierigkei- len der Sache erschienen bald so gross und die Unhalibarkeil jener Hy- pothesen trat so offen zu Tage, dass man dieselben wenig beachtete; ja Viele haben das Faktum selbst geläugnet, weil sie es nicht erklären konnten. Denn hier war nicht allein die Verbindung von zwei in der Zeit nahe aneinanderliegenden organischen Phänomenen aufzufinden, wie bei den meisten pathogenetischen Untersuchungen; hier musste die na- türliche Brücke erforscht werden, welche den durch ein oder mehrere Jahrzehnte einer oft von Krankheit ungetrübten Jugendzeit und durch das Leben zweier oder mehrerer blutsverwandter Individuen scheinbar unter- brochenen Lauf jenes bedeutenden Krankheilsprozesses in seiner noth- wendigen organischen Stetigkeit vor unseren Augen aufdecken soll. So lange man eine solche Brücke künstlich auf den Pfeilern der Krasen- lehre aufzubauen sich bemühte, konnte man ihr mit Recht nicht trauen. Die oft völüg symptomlose kürzere oder längere Zwischenzeit, der Mangel jedes reellen Beweises und vieles Andere rechtfertigten dies Misslrauen- Sollte die ganze Vorstellung der Heredität dem medizinischen Bewusst- sein überhaupt einverleibt werden, so musste er sich entschieden zu- nächst an die Organe selbst halten. Nun hat man wohl oft eine ange- borene Schwäche in der Organisation der Lungen (welche Anomalie schon Boerhaave [L. c. §. 1198] auf den feineren Bau des Körpers über- haupt ausgebreitet annehmen zu müssen geglaubt hat) angeklagt, allein stets ohne den thatsächlichen Nachweis dieser Behauptung zu geben. Auch blieben hier bei Verlegung des hereditären Moments in das später befallene Organ selbst viele Erscheinungen ganz unerklärt und der Weg für neue Hypothesen war frei und gebahnt; denn es war z. B. schwer einzusehen, wie manche Individuen, von phthisischen Eltern gezeugt und mit deutlichem Habitus phthisicus begabt, dennoch nicht der Tuber- kulose verfallen, selbst wenn ihre Geschwister von derselben ergriffen werden u. s. w. Durch den thalsächlichen Nachweis der primären angeborenen Ano- malie des ersten Rippenknorpels und der durch sie bedingten Störungen der Gestalt und Funktion der wichtigsten Brustkastenpartieen, deren schädlichen Einfluss auf Funktion und Gewebe der Lunge wir oben er- örtert haben, sind wir dem Versländniss des hereditären Moments näher gerückt. Das Angeborensein und die Erblichkeit dieses be- dingt (s. unten) schädlichen Bildungsfehlers an und für sich La possibilild de Iransmission de la phlhisie pulmonaire par voie d'hdrddil^ ne peul «Ire l'objel d'aucune doule. L. c. S. 412.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22282531_0071.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)