Der Zusammenhang gewisser Lungenkrankheiten mit primären Rippenknorpelanomalieen / von Wilhelm Alexander Freund.
- Wilhelm Alexander Freund
- Date:
- 1859
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Credit: Der Zusammenhang gewisser Lungenkrankheiten mit primären Rippenknorpelanomalieen / von Wilhelm Alexander Freund. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Rippenknorpels schon in ihrem Beginne, welcher grade an den uns zu- gänglichen Stellen (an der vorderen Fläche und dem oberen Rande) slallhal, nach ihrer Ausbreilung in Tiefe und Fläche sicher zu erkennen. Man sieht ein, wie wichtig in dieser Hinsicht die Nadehinlersuchung bei dem im ausgewachsenen Zuslande verknöchernden Knorpel ist, indem sie schon in frühen Stadien der Krankheit bei sonst oft robusten und gut gebauten Individuen mit breiter und normal aussehender Brust auf jene bedeutungsvolle Anomalie aufmerksam macht. Eine in den späteren Stadien etwa aufgetretene Gelenkbildung lässt sich ebenfalls mit ziemlicher Sicherheit diagnostiziren. — Zunächst fällt an der oberen Brustgegend die respiratorische Beweglichkeit auf, deren bedeutender Grad dem äusseren Ansehen, welches auf eine ab- norme Kürze des ersten Knorpels deutet, durchaus nicht entspricht: auch fühlt man vermittelst des Fingers die erste Rippe sehr frei beweg- hch; dabei nimmt man sehr starke, rauhe Knochenhöcker wahr; dringt man weiter nach vorn und innen, während man mit dem Zeigefinger der andern Hand unter der Clavikel nach oben sich entgegenkommt, so triiTt man in dem Verlaufe des Knorpels auf eine stark verdickte, vorge- wölbte Partie, auf der überdiess meist starke Knochenhöcker sich be- finden. Liegt diese angeschwollene Stelle für die Palpation bequem (mehr der Milte des Knorpels zu), so kann es gelingen, auf der Höhe derselben eine rinnenartige Vertiefung und eine Verschiebung in diesem Theile bei der Respirationsbewegung wahrzunehmen; die Nadel weist in solchen Fällen immer eine vollständige Scheidenbildung und durch ihr Eindringen in den auf der Höhe jener Anschwellung befindlichen Spalt die Gelenkbildung an dem ersten Rippenknorpel mit Sicherheit nach. Auf diese Weise ist es mir gelungen die Diagnose der Gelenk- bildung bei zwei noch lebenden Frauen (78. Fall und ein Fall [aus der Privatpraxis eines Collegen], über den mir die genaueren Daten feh- len) und einmal an der Leiche (43. Fall) vor der Sektion zu stellen; in dem letzteren Falle ist, wie zu ersehen ist, die auf geheilte Tuberkulose der rechten Lungenspitze gestellte Diagnose bestätigt worden. Was die angeborene Kürze des zweiten und dritten Rippenknor- pels anlangt, so ist ihre Erkennung ziemlich leicht zu gewinnen. Die Gestalt des ganzen Bruslgebäudes, wie wir sie schon in dem patholo- gisch-morphologischen Theile beschrieben haben, ist eine so prägnant ausgesprochene und so eigenthümliche, dass derjenige, der sie einmal mit Aufmerksamkeit gesehen hat, sie ferner nicht aus dem Gedächtniss verliert. Die Beweglichkeit der ganzen oberen und mittleren Brustpartie ist in einem so grossen Maasse gehemmt, wie bei keiner der vorher be- schriebenen Anomalieen: der obere Rand des Manubrium rückt in der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22282531_0086.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)