Volume 1
Atlas der deskriptiven Anatomie des Menschen / von J. Sobotta.
- Johannes Sobotta
- Date:
- 1926-1928
Licence: In copyright
Credit: Atlas der deskriptiven Anatomie des Menschen / von J. Sobotta. Source: Wellcome Collection.
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![Muskeln der (rechten) unteren Extremität. (Forts.) Muskeln des Oberschenkels. (Forts.) Fig. 309. Muskelbild der Kniekehle nach Durchschneidung des Semimembranosus, Semitendinosus und langen Bicepskopfes. (7a) Fig. 310. Oberflächliches Muskelbild des Oberschenkels in der Ansicht von der lateralen Seite. (V3) Der tractus iliotibialis fasciae latae ist erhalten. Fascie der unteren Extremität. (Forts.) (s. p. 225.) Auf der Hinterfläche des Oberschenkels bedeckt die fascia lata den Glutaeus maximus mit ihrem hier sehr dünnen, oberflächlichen Blatte, während das tiefe Blatt unter ihm einhergeht; auf dem Teil des Glutaeus medius, der vom maximus nicht bedeckt ist, nimmt die fascia lata starksehnig-aponeurotischen Charakter an (fascia glutaea). Ueber den unteren Abschnitt des Glutaeus maximus laufen im sulcus glutaeus stärkere Querfasern. Ueber den Flexoren ist die fascia lata von mittlerer Stärke und zeigt vorwiegend Querfaserung, stärkere solche namentlich in der Gegend der Knie- kehle, wo die fascia lata (oberflächliches Blatt) die fossa poplitea und ihren Inhalt bedeckt. (Das tiefe Blatt kleidet die Muskelränder der Grube aus.) Der kräftigste Teil der fascia lata liegt an der lateralen Seite des Oberschenkels; es ist der Maissiat’sche Streifen, tractus iliotibialis; er wird vorzugsweise von kräftigen, sehnigen Längszügen gebildet. Das untere Ende dieser Fascienverstärkung heftet sich an den condylus lateralis tibiae. Zwischen die Gruppen der Oberschenkelmuskeln sendet die fascia lata im unteren Teil des Oberschenkels zu den Labien der linea aspera je ein seplutn intermusculare (mediale und laterale). Ersteres ist mit dem Sehnenansatz des Adductor magnus gleichbedeutend. Auf der Vorderfläche des Oberschenkels ist die fascia lata wenigstens im obern Teil in zwei Blätter gespalten; das oberflächliche überzieht die Vorderfläche des Sartorius und der grossen Schenkel- gefässe, das hintere geht hinter dem Sartorius einher, kleidet besonders die fossa iliopectinea aus und die Furche zwischen dem Vastus medialis und den Adductoren. Auf den Adductoren ist die fascia lata sehr dünn und lässt die Muskeln deutlich durchscheinen. Der den musculus pectineus bedeckende Teil der fascia lata heisst auch fascia pectinea; er fliesst mit dem unteren Ende der fascia iliaca zur fascia iliopectinea zusammen und kleidet den Boden der fossa iliopectinea aus. Die fascia cruris umhüllt die Muskeln des Unterschenkels, fehlt aber auch auf der muskelfreien facies medialis tibiae nicht. Ihre grösste Stärke hat sie vorn unter dem Kniegelenk, wo sie aponeurotisch mit den Extensoren und Peronaei und den Sehnen des pes anserinus verwachsen ist. Sie sendet zur crista anterior fibulae das septum intermusculare anterius zwischen Extensoren und Peronaei, das septum intermusculare posterius zwischen Peronaei und Flexoren zur crista lateralis fibulae; mit ihrem oberen medialen Teil ist der pes anserinus verwachsen. Auf der Hinterfläche des Unter- schenkels spaltet sich die fascia cruris in ein oberflächliches und tiefes Blatt; ersteres bedeckt den Triceps surae, letzteres die tiefe Gruppe der Flexoren. Eine besondere Verstärkung der fascia cruris ist ausser den retinacula (ligamentum cruciatum, laciniatum und retinacula peronaeorum [superius und inferius] [s. u. S. 246]) auch das ligamentum transversu?n cruris, welches in Gestalt querer Faserzüge oberhalb des Sprunggelenks von der tibia zur fibula zieht.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29821691_0001_0249.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


