Volume 1
Atlas der deskriptiven Anatomie des Menschen / von J. Sobotta.
- Johannes Sobotta
- Date:
- 1926-1928
Licence: In copyright
Credit: Atlas der deskriptiven Anatomie des Menschen / von J. Sobotta. Source: Wellcome Collection.
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![Schläfenbein, os temporale. (Forts.) Fig. 63. Linkes Schläfenbein in der Richtung der Achse der Pyramide durchsägt (etwa um l/i vergrössert:).*) Fig. 64. Rechtes Schläfenbein in der Richtung des meatus acusticus externus und ungefähr parallel zur Achse der Pyramide durchsägt (um lfi vergrössert). Fig. 65. Rechtes Schläfenbein, in der oberen Hälfte durch einen Schnitt in der Achse der Pyramide, in der unteren Hälfte horizontal durchsägt; der canalis musculo- tubarius ist, um das septum zu zeigen, teilweise aufgemeisselt; in ihm eine Sonde (um '/* vergrössert). Die facies inferior pyramidis zeigt an der Grenze gegen den processus mastoideus ein Loch, das foramen stylomastoideum, die untere Ausmimdung des canalis facialis. Vor diesem Loch liegt der variabel entwickelte (oft sehr lange) spitze Griffelfortsatz, frocessus styloideus, in einer von der benachbarten pars tympanica gelieferten Knochenscheide, der vagina processus styloidei. Neben dem processus styloideus liegt eine länglich-runde Grube, die fossa jugularis, welche medianwärts an die incisura jugularis stösst und den bulbus venae jugularis superior aufnimmt. Im Grunde der Grube liegt eine Furche, sulcus canaliculi mastoidei. Dicht neben der fossa jugularis, hart am margo posterior liegt eine kleine Oeffnung, die apcrtura externa canaliculi cochleae, vor ihr ein grösseres rundes Loch, das foramen caroticnm externum, zwischen diesem und der fossa jugularis eine kleine Grube, die fossula petrosa. Von letzterer geht ein feiner Kanal durch den Boden der Paukenhöhle (solum tvmpani) in diese (canaliculus tvmpänicus). Die vierte, offiziell nicht benannte Fläche der Schläfenbeinpyramide (facies lateralis) grenzt an die Paukenhöhle, cavum tympani, deren mediale Wand sie bildet. Während beim Neugebornen und teilweise auch noch im Kindesalter diese Fläche der Pyramide in der Aussenansicht des Knochens deutlich zutage tritt, verdeckt mit der weiteren Entwicklung der pars tympanica dieser Teil des Schläfenbeins die laterale Pyramidenfläche fast ganz; nur unmittelbar neben der fissura petrotympanica tritt ein schmaler Streifen der genannten Pyramidenfläche an die Oberfläche des Knochens. Die Paukenhöhle, cavum tympani, ist eine lufthaltige Höhle des Schläfenbeins, die zwischen der Pyramide und der pars tympanica gelegen ist. Von aussen führt der meatus acusticus externus in die Höhle. Das Dach bildet der platte Knochenfortsatz der pars petrosa, der den Namen tegmen tympani führt, während der Boden der Paukenhöhle, solum tympani, teils von der Pyramide, teils von der pars tympanica gebildet wird. Nach vorn und medianwärts setzt sich die Paukenhöhle in den canalis musculotubarius fort, nach hinten und lateralwärts in das antrum und die cellulae mastoideae. In der Paukenhöhle liegen drei kleine Knochen, die Gehörknöchelchen (näheres über diese sowie die Wände der Paukenhöhle s. Bd. III [IV]). Die pars tympanica ist eine kleine, dachrinnenförmig gebogene Knochenplatte, welche die unteren und die seitlichen Wände des meatus acusticus externus und die laterale Wand der Paukenhöhle bildet. Sie wird durch die fissura petro -tympanica (Glaseri) von der Pyramide und Schuppe, durch die fissura tympanomastoidea von der pars mastoidea getrennt, auch bildet sie die vagina processus styloidei. Das Schläfenbein des Neugeborenen unterscheidet sich noch wesentlich von dem des Erwachsenen, indem die pars tympanica einen nach oben offenen Ring, anulus tympanicus, darstellt; der processus mastoideus fehlt noch fast ganz. Die sutura squamosomastoidea ist noch sehr deutlich und trennt die Schuppe von den aus gemeinsamer Anlage hervorgehenden partes petrosa und mastoidea (hinterer Hauptteil). Im Laufe der ersten Lebensjahre wächst der anulus tympanicus zur pars tympanica aus, behält aber im unteren Abschnitt anfangs konstant eine Ossifikationslücke. Kanäle im Schläfenbein: Der canalis facialis, hauptsächlich für den nervus facialis bestimmt, beginnt am porus acusticus internus, läuft zunächst horizontal und ungefähr quer zur Achse der Schläfenbeinpyramide bis zum hiatus canalis facialis. Dort biegt er rechtwinklig um, geniculum canalis facialis, und läuft nun in der medialen Wand der Paukenhöhle wiederum nahezu horizontal, aber in der Achse der Pyramide, bis zur eminentia pyramidalis des antrum tympanicum (s. Bd. III [IV)], die prominentia canalis facialis bildend. Hier biegt er in die vertikale Richtung um und mündet in das *) Die Figurenbezeichnungen beziehen sich zum Teil auf Abschnitte des Gehörorgans (s. Bd. III [IV]).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29821691_0001_0053.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


