Volume 1
Atlas der deskriptiven Anatomie des Menschen / von J. Sobotta.
- Johannes Sobotta
- Date:
- 1926-1928
Licence: In copyright
Credit: Atlas der deskriptiven Anatomie des Menschen / von J. Sobotta. Source: Wellcome Collection.
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![Augenhöhle, orbita. Fig. 97. Ansicht der Augenhöhle von vorn. (1/i) Fig. 98. Ansicht der medialen Augenhöhlenwand und der Flügelgaumengrube (die lateralen Wände sind abgesägt). (Yi) Fig. 99. Ansicht der lateralen Augenhöhleriwand (die mediale ist abgesägt), des sinus maxillaris und der fossa pterygopalatina. (Yi) [In Figur 97 bis 99 ist Stirnbein violett, Siebbein orange, Oberkiefer gelb, Tränenbein rot, Keil- bein griin, Gaumenbein blau, Nasenbein, Scheitelbein, Schläfenbein und Jochbein weiss.] Die Augenhöhle, orbita, ist ein paariger Raum von der Gestalt einer horizontal liegenden, vier- seitigen Pyramide, deren Spitze das foramen opticum ist, deren Basis der Eingang der Augenhöhle, aditus orbilae, bildet. Letzterer wird vom Augenhöhlenrand umgrenzt, und zwar unterscheidet man einen oberen Augenhöhlenrand, margo supraorbitalis, einen unteren, margo infraorbitalis, einen lateralen und medialen. Die vier Seiten der Pyramide bilden die Wände der Augenhöhle, paries superior (obere Augenhöhlenwand), paries medialis (mediale Augenhöhlenwand), paries inferior (untere Augenhöhlen- wand) und paries lateralis (laterale Augenhöhlenwand). Die knöcherne Begrenzung der Augenhöhle bilden sieben Knochen: Stirnbein, Keilbein, Siebbein, Tränenbein, Oberkiefer, Jochbein und Gaumenbein. Der paries superior orbilae steht horizontal und ist leicht konkav. Er wird von der pars orbitalis des Stirnbeins gebildet, zum kleinern Teil (hinten) auch von der ala parva des Keilbeins. Der paries medialis steht ungefähr sagittal und wird zum grossen Teil von der lamina papyracea des Siebbeins gebildet, davor auch vom Tränenbein (sutura lacrimoethmoidalis). Die stitura fronto- ethmoidalis und frontolacrimalis bilden die Grenze gegen die obere Wand. Ausserdem beteiligt sich der Oberkiefer noch an der Bildung der medialen Wand, erstlich durch die facies orbitalis des corpus maxillae, unterhalb der lamina papyracea (sutura ethmoideomaxillaris), zweitens durch den processus frontalis, der medial neben dem Tränenbein einen schmalen Streifen der medialen Augenhöhlenwand bildet (sutura lacrimomaxillaris). Der paries inferior orbitae geht ohne Grenze in die mediale Wand über, wird aber nach lateral in den hintern zwei Dritteln der Augenhöhle durch eine Spalte, fissura orbitalis inferior, abgegrenzt. Die untere Wand steht nicht genau horizontal und wird zum allergrössten Teil von der facies orbitalis corporis maxillae (planum orbitale) gebildet, im hintern Abschnitt zum kleinen Teil vom processus orbitalis des Gaumenbeins (sutura palalomaxillaris und palatoethmoidalis). Der paries lateralis orbitae ist leicht konkav und steht nicht genau sagittal. Er ist am meisten von allen Wänden der Augenhöhle isoliert, indem er im ganzen Bereiche des hinteren Abschnitts der Augenhöhle durch Spalten von den benachbarten Wänden getrennt wird, und zwar liegt zwischen oberer und lateraler Wand die fissura orbitalis superior, zwischen lateraler und unterer die längere fissura orbitalis inferior. Die laterale Augenhöhlenwand wird im vorderen Abschnitt von der facies orbitalis des Jochbeins, im hinteren von der facies orbitalis des grossen Keilbeinflügels gebildet, zwischen beiden die sutura sphenozygomatica. Den margo supraorbitalis bildet das Stirnbein, der margo infraorbitalis w-ird vom Oberkiefer und Jochbein, der mediale Rand vom processus frontalis des Oberkiefers (crista lacrimalis anterior), der laterale Rand vom Jochbein (processus frontosphenoidalis) gebildet. Löcher und Spalten der Augenhöhle sind folgende: 1. das foramen opticum (in der ala parva); 2. die fissura orbitalis superior zwischen ala magna und ala parva; 3. die fissura orbitalis inferior zwischen Oberkiefer (und Gaumenbein) einerseits, grossem Keilbeinflügel (und Jochbein) andererseits; 4. die obere Mündung des canalis nasolacrimaiis in die fossa sacci lacrimalis ; 5. die foramina ethmoidalia (anterius und posterius) auf oder neben der sutura frontoethmoidalis. (Forts, s. p. 61.)](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29821691_0001_0070.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


