Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin].
- Odin, Alfred, 1900-
- Date:
- 1914
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Credit: Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin]. Source: Wellcome Collection.
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![Ree A eee Die anderen Jungen wurden nach der Konfirmation bei Meiſtern in die Lehre gegeben, die Mädchen fanden bei Bürgerfamilien Dienſt [R. 1586]. — 1558 find etwa 20 Jungen und 12 Mädchen im Georgenhoſpital [R.], 1590: 43 Kinder. Für ihre Erziehung ſchoß der Rat jährlich 400 fl. zu, die nur für die Kinder aufgewendet werden ſollten [R Die alten oder gebrechlichen Leute, die auf Lebenszeit im Hoſpital untergebracht waren, zahlten bei ihrem Eintritt eine ihren Vermögensverhältniſſen entſprechende Einkaufſumme (50 fl., 100 fl., manchmal ſogar mehr bis 200 fl.); doch kommt es häufig vor, daß Leute auch unentgeltliche Aufnahme finden; dieſe ſollen aber dann, ſoviel als möglich im Hoſpital helfen. Ueber Aufnahme entſcheidet in jedem einzelnen Falle der Rat, meiſtens auf das Urteil der Vor— ſteher hin.“) Die Verwaltung wurde durch die beiden Vorſteher beſorgt; dieſe teilten ſich darin ſo, daß der eine die Verwaltung des Hoſpitals übernahm, während der andere ſich um die Angelegenheiten des Gutes Eicha kümmerte [R.]. Dies blieb auch, als Eicha zur beſſeren Ausnutzung 1558 verpachtet wurde [R.]. Der Pachtzins betrug 30 fl. und Abgaben in Naturalien. Später wurden dieſe durch Geldzahlung abgelöſt: 1602: 125 fl.; 1629: 180 fl. Im Hoſpital unterſtand dem Vorſteher der Hofmeiſter (Voigt, Hausvater, Verwalter), der die eigentliche Verwaltung führte. Er wohnte im Hoſpital und erhielt 40 fl. Beſoldung neben freier Ver— pflegung [III A. 7.]. Infolge der bis 1600 zunehmenden Zahl der Inſaſſen konnten trotz der zahlreichen Stiftungen die Ausgaben durch die Einnahmen nicht mehr gedeckt werden. War ſchon früher die Höhe der Ein— nahmen und Ausgaben faſt gleich geweſen, ſo mußten jetzt die Aus— gaben die Einnahmen überſteigen, da jeder Inſaſſe mehr Koſten verurſachte, als er eingezahlt hatte. Der Rat half ſtändig mit Zuſchüſſen aus, die teils in Kornlieferungen, teils in Geld beſtanden. (1607: 600 fl., 1612: 2000 fl., 1617: 2300 fl., dieſer Zuſchuß machte mehr als die Hälfte der Einnahmen aus) [R.]. In der Entwicklung der Leipziger Hoſpitäler bedeuten kriegeriſche Ereigniſſe ſehr oft einen Wendepunkt: der Dreißigjährige Krieg brachte dem Georgenhoſpital dasſelbe Schickſal, das ihm ſchon 1546 im Schmalkaldiſchen Krieg widerfahren war: es wurde zum Wohle der Stadt geopfert. Beim Anrücken Tillys 1621 ließ man das Hoſpital in Flammen aufgehen [R.; Vogels Annalen], um dem Feinde die Möglichkeit zu rauben, die Vorſtädte in Befeſtigungswerke umzubauen. Die Inſaſſen des Hoſpitals hatte man in die Stadt 1) So heißt es in den Rechnungen meiſtens: auf Ratsbefehl oder auf Befehl des Herrn Vorſtehers .. . . ift aufgenommen worden... .](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28978808_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


