Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin].
- Odin, Alfred, 1900-
- Date:
- 1914
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Credit: Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin]. Source: Wellcome Collection.
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![E RR tae 1730 monatlich für einen Gefangenen 1 Taler, für einen Armen 2 Taler, für ein Waiſenkind 3½ Taler und mußte aus den Zinſen des Vermögens gedeckt werden. Dieſes war alſo bei dieſen Ver⸗ hältniſſen imſtande nur eine beſtimmte Zahl von Inſaſſen zu er⸗ halten, und in dem Augenblick, in dem dieſe Zahl überſchritten wurde, mußten die Ausgaben die Einnahmen überſteigen. Man ſuchte des⸗ halb auf verſchiedene Weiſe, die Einnahmen zu vermehren, da die Ausgaben nicht eingeſchränkt werden konnten. Die Einnahmen des Georgenhauſes ſetzen ſich vor allem zu— ſammen aus den Zinſen des Vermögens, den Erträgniſſen der Arbeit und den Koſtbeiträgen. Die ſtändigſte Einnahme waren die Zinſen aus dem Hoſpitalvermögen. Dieſes beſtand in Kapitalien, die ausgeliehen wurden, und in dem Grundbeſitz der Anſtalt. Dieſer Grundbeſitz war nach dem Verkaufe des Gutes Eicha nicht ſehr beträchtlich und die Einkünfte aus dieſem daher gering. Er umfaßte außer 20 Acker Möckernſcher Hoſpitalwieſen [R.] noch den Platz, auf dem bis 1631 das Georgenhoſpital geſtanden hatte. 1642 hatte der Vorſteher dieſen Platz den Färbern verpachtet, die dort ihre Tuchrahmen aufſtellten [R.]. Später wurde dort vom Georgenhaus ein Waſchhaus erbaut, das teils in Eigenbetrieb, teils verpachtet regelmäßige Einnahmen brachte. Neben dieſem kaum in Betracht kommenden Grundbeſitz bildeten die Zinſen des verliehenen Kapitals den Grundſtock der Einnahmen. Seit Aufhebung des Georgenhoſpitals 1631 betrug das Ver— mögen:!) 1631 etwa 30 000 fl. Die eingekommenen Zinſen beliefen ſich auf 700 fl., was bei 6%ñ Verzinſung einem Kapital von 12000 fl. entſprechen würde. Dieſe Summe muß zu niedrig ſein, da ſchon 1600 das Vermögen des Georgenhoſpitals 30000 fl. betrug. In den Kriegszeiten wurden die Zinſen nicht bezahlt, ſondern als „Retardaten“ in den Rechnungen weiter— geführt. 3½ Taler, wobei die Ausgaben für die Kinder größer waren, als für Arme und Gefangene. Die Gefangenen brachten durch Arbeit der Anſtalt rund 1500 Taler, die Armen durch Koſtbeiträge und Arbeit etwa 1000 Taler ein [R.]; aus dieſen Zahlen ergeben ſich die oben angeführten Zuſchüſſe. — 1784 errechnete man den Zuſchuß eines Gefangenen auf 2¼ Taler, wobei zu be— denken iſt, daß die Raſpelarbeit bedeutend einträglicher war als die Arbeit in der Manufaktur. 1799 bezahlte man an das Georgenhaus für einen aus⸗ e 3 Taler, für einen vom Rate eingelieferten 1 Taler 1) Hier die Summe der ausgeliehenen Kapitalien; ausgezogen aus den Rechnungen der betreffenden Jahre.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28978808_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


