Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin].
- Odin, Alfred, 1900-
- Date:
- 1914
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Credit: Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin]. Source: Wellcome Collection.
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![Rat Privatperſonen 1750. 5,75 4,25 Teile 1800 8,00 2,00 ” 1830 8,75 1,25 ” Aus diefer Zuſammenſtellung erſieht man, wie bis 1720 das Geld in überwiegendem Maße bei Bürgern, nach 1730 in immer ſtärkerem Grade beim Rate angelegt war. Zwiſchen den Jahren 1720 und 1730 liegt der Umſchwung; womit hängt dies zuſammen? Der erſte Grund war das ſteigende Geldbedürfnis des Rates. Die Stadt war an Bedeutung geſtiegen, der Rat brauchte Geld und benutzte daher die Geldquellen der unter ſeiner Obhut ſtehenden Anſtalten. Die zweite Urſache beſtand darin, daß man mit der Verleihung an Bürger ſchlecht gefahren war. Während des Dreißig— jährigen Krieges waren zahlreiche Grundſtücke, auf denen das Hoſpital Geld ſtehen hatte, verwüſtet worden, und die Anſtalt hatte außer den Zinſen auch das Kapital verloren; der Rat dagegen hatte die Zinſen zwar auch nicht zur rechten Zeit bezahlt, als jedoch wieder Ordnung in die Verwaltung des Rates einzog, wurden die Forderungen des Hoſpitals einer Prüfung unterzogen und die rückſtändigen Zinſen bezahlt. So ſchuldete 1720 der Rat der Anſtalt an unbezahlten Zinſen 71611 fl. [R.]. — Seit Anfang des 18. Jahrhunderts verlieh man auch das Geld an ſtaatliche Behörden, ſo an die Kurfürſtlich— Sächſiſche Land- und Trankſteuerkaſſe und die Oberſteuereinnahme, jedoch nur in geringerem Umfange. Erſt nach 1800 ſtieg die Zahl dieſer Verleihungen, fo daß 1830 etwa ein Fünftel des Ver⸗ mögens bei ſtaatlichen Behörden angelegt war [R.]. Die Zinſen dieſes Vermögens bildeten den Grundſtock der Einnahmen, die in folgender Tabelle!) nach ihrer Herkunft zuſammen⸗ geſtellt ſind, wobei die unregelmäßigen Einnahmen (wie Stiftungen, vorjähriger Kaſſenüberſchuß, wieder eingekommene Kapitalien) nicht berückſichtigt wurden, um eine Vergleichung zu ermöglichen. Einnahmen aus ; den gewerbl. Koſt⸗ Almoſen⸗ Rats⸗ Summe d. geſamt. Zinſen Betrieben beitrag beitrag zuſchuß Einnahmen fl. fl. fl. fl. a fl. 180 15 33 20 — — 7495 1680 1455 1513 217 521 — 9 426 1690 1629 2751 189 532 — 14 622 1700”) 2 665 609 240 450 — 22 702 5 ) Die Zahlen ſind gewonnen durch weitere Zuſammenziehung der ſchon in den Rechnungen zuſammengefaßten Einnahmen und Ausgaben. Hierbei iſt zu bemerken, daß bis 1722 mit fl., von da ab mit Talern gerechnet wird. ) Für das Jahr 1700 ijt nicht eine Rechnung vorhanden, da in dieſem Jahre der Vorſteher ſtarb, ſondern zwei Rechnungen, von denen die zweite vom 1. Sept. 1700 bis zum 31. Dez. 1701 reicht. Um eine Vergleichung mit](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28978808_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


