Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin].
- Odin, Alfred, 1900-
- Date:
- 1914
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Credit: Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin]. Source: Wellcome Collection.
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![umſonſt arbeiteten; erft 1755 erſcheint die erſte Einnahme durch Verkauf von Bäumen und 1761 durch den Verkauf von Seide; doch deckten die Einnahmen kaum die Ausgaben. Man änderte deshalb den Platz in einen Obſt- und Gemüſegarten um, deſſen Erträgniſſe im Georgenhaus verwendet wurden [R.]. Neben dieſer Plantage hatte man begonnen, um den Ertrag der der Anſtalt gehörenden Wieſen beſſer auszunutzen, Vieh zu züchten, um es dann zu verkaufen. Die Einnahmen waren unbe- deutend. Das Vieh brachte man im Georgenhaus unter; aber bei der zunehmenden Zahl der Inſaſſen erwies ſich die Haltung des Viehes in der Anſtalt ſelbſt als ungeſund [III A. 20]. So kaufte 1794 das Georgenhaus ein jenſeits des Stadtgrabens !) liegendes Vorwerk mit Scheunen und Wirtſchaftsgebäuden für 11000 Taler und brachte darin die „Oekonomie“ unter [R.]. Das Vorwerk war von der Anſtalt ganz unabhängig und führte auch eigene Rechnung. Seit 1702 hatte das Georgenhaus auch eine eigene Bäckerei [R.]. Jetzt wurde auch ſie erweitert, das heißt, man ſuchte durch feſte Lieferungen größere Einkünfte aus ihr zu erzielen; ſo lieferte z. B. die Bäckerei des Georgenhauſes das Brot an die Stadtſoldaten [z. B. R. 1816]. Geplant war die Errichtung weiterer Betriebe in der Anſtalt, wie z. B. eines eigenen Brau⸗ und Dörrhauſes, die Errichtung einer eigenen Apotheke, doch blieb es bei den Plänen, zur Ausführung ſind ſie nie gekommen. Dagegen waren Hand— werker, die im Georgenhaus unentbehrlich waren, wie Schuſter, Schneider feſt angeſtellt [R.. Das eigenartigſte Unternehmen aber, das beſtimmt war, der Anſtalt Einnahmen zufließen zu laſſen, war die Uebernahme des Verlags des Leipziger Geſangbuches.“) Im Jahre 1729 hatte S. H. Barnbeck das Privileg erworben ein Leipziger Geſangbuch zu verlegen. Das Privileg wurde vom Kurfürſten nach Einholung des Gutachtens des Rates auf zehn Jahre erteilt, und der Inhaber des Privilegs hatte nur die Pflicht, 20 Bücher an das Konſiſtorium nach Dresden zu ſenden. Wir haben geſagt „ein“ Leipziger Geſangbuch, denn es gab neben dem ſeinigen auch noch andere, die in verſchiedenen Kirchen benutzt wurden; ſo waren am Anfang des 18. Jahrhunderts nicht weniger als 5 verſchiedene Geſangbücher in den 7 Kirchen Leipzigs in Gebrauch, darunter eins, das im Jahre 1730 unter dem Titel „Neu eingerichtetes geiſtreiches Geſangbuch, worinnen 860 alte und neue erbauliche Kirchenlieder enthalten“ im Verlag des Georgenhauſes erſchienen war, und von dem damaligen Georgenhauspfarrer Mag. Behr verfaßt und bei ) Heute ſteht hier der öſtliche, ſächſiſche Flügel des Hauptbahnhofes. ) Die Darſtellung fußt auf den Akten III A. 34a—c (die Einführung eines beſſeren Geſangbuches in den Stadtkirchen zu Leipzig und was dem](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28978808_0038.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


