Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin].
- Odin, Alfred, 1900-
- Date:
- 1914
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Credit: Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin]. Source: Wellcome Collection.
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![. Die kriegeriſchen Ereigniſſe des Jahres 1813, die für die Stadt Leipzig von ſo weittragender Bedeutung waren, riefen auch im Georgenhaus Veränderungen hervor. Alle öffentlichen Gebäude, darunter auch die Hoſpitäler ſowie die Kirchen, wurden zur Aufnahme der Kranken beſtimmt. Es war jedoch dem Vorſteher Chriſtian Fr. Hänel gelungen, dieſe Umwandlung der Anſtalt in ein Lazarett zu verhindern, jedoch nur ſolange die Franzoſen die Herren der Stadt waren. Nach deren Einnahme durch die Verbündeten mußte das Georgenhaus geräumt werden; es wurde in ein ruſſiſches Militär— lazarett umgewandelt, obwohl die Gebäude durch die Schlacht ſehr gelitten hatten [R.]. Die in der Anſtalt untergebrachten Gefangenen hatte man ſchon vor Beginn der Schlacht in ſicheres Gewahrſam auf die Pleißenburg gebracht, jedoch nur für kurze Zeit, denn es wurde angeordnet, daß ſie vorläufig in anderen Zuchthäuſern des Landes Aufnahme finden ſollten III A. 30], nachdem es einer An⸗ zahl gelungen war, aus der Pleißenburg zu entkommen. Aus dem vorläufig wurde ein immer und damit hatte das Georgenhaus auf— gehört, Zuchthaus zu ſein. Als die Anſtalt von der Einquartierung wieder befreit war, wollte man natürlich die zur Aufnahme der Züchtlinge eingerichteten Räume nicht unbenutzt laſſen und brachte darin Sträflinge unter [R. 1816], bei denen eine gewiſſe Beſſerung zu erhoffen war (fog. Korrektioner), fo daß das Georgenhaus dieſelbe Aufgabe wieder zu erfüllen hatte wie 1668 bei der Errichtung des Zuchthauſes. — Die Armen wurden während der Beſetzung der Anſtalt durch die Ruſſen in dem Armenhaus beim Johannishoſpital verſorgt. Die Waiſenkinder endlich fanden eine Unterkunft ſamt ihren Lehrern und der Waiſenmutter im Reichelſchen Garten, wo ſie vom Handelsherrn Reichel bis zum Juli 1814 auf deſſen Koſten verpflegt wurden [R. 1814]. Im Jahre 1814 war Jacob Bernhard Limburger Vorſteher des Georgenhauſes geworden. Er hat ſich ein beſonderes Verdienſt erworben durch die Sorge, die er den Waiſenkindern zukommen ließ, wie überhaupt die Vorſteher ſeit Ende des 18. Jahrhunderts die Waiſenkinder als die ihnen beſonders anvertrauten Inſaſſen anſahen und vor allem um deren Wohl bedacht waren. Vor Limburger hatte Fr. L. Hanſen eine bedeutſame Veränderung ge— troffen; im Verein mit Plato wurde von ihm dem Unterricht der Waiſenkinder eine neue Schulordnung [IIL A. 43] zugrunde gelegt, durch welche dieſe Schule mit der Ratsfreiſchule und der des Arbeitshauſes für Freiwillige (deſſen Vorſteher Hanſen gleichfalls war) ein einheitliches Ganzes bildeten. Limburger ging weiter, er forderte eine Loslöſung des Waiſenhauſes vom Georgenhaus und legte dem Rate einen fertigen Plan [III A. 103. 1829] vor, der ſich ſtützte auf die in verſchiedenen anderen Waiſenhäuſern gemachten Erfahrungen. Man war auch im Rate einer Trennung des Waiſen—](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28978808_0042.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


