Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin].
- Odin, Alfred, 1900-
- Date:
- 1914
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Credit: Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin]. Source: Wellcome Collection.
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![hauſes von der Geſamtanſtalt nicht abgeneigt, da das Georgenhaus von Jahr zu Jahr mehr Inſaſſen aufnehmen mußte (1820: 300, 1825: 350, 1830: 400 Inſaſſen) [R.], doch blieb der Vorſchlag unausgeführt, aus Scheu vor den erheblichen Koſten. Erſt 1864 ſchritt man daran, den Plan zu verwirklichen: dies bedeutete den Anfang der Auflöſung des Georgenhauſes; die einzelnen Glieder der Anſtalt hatten fehon ſeit langem ihre eigene Entwicklung gehabt und waren nur räumlich im Georgenhaus zu einem Ganzen verbunden. So war ſogar das Vermögen der Waiſenanſtalt von dem der Geſamtanſtalt geſchieden. 1864 wurde auf Ratskoſten an der Waiſenhausſtraße (etzt Liebigſtraße) ein Gebäude errichtet, das zur Aufnahme der Waiſenkinder beſtimmt wurde. Bevor jedoch die Ueberſiedelung erfolgt war, brach der Krieg von 1866 aus und das Gebäude wurde als Lazarett ver— wendet. Nach Beendigung des Krieges führte man das Gebäude ſeiner eigentlichen Beſtimmung nicht zu, ſondern verlegte 1871 die Inſaſſen des Jakobhoſpitals, die bisher am Eingang zum Roſental ihre Stätte gehabt hatten, in dieſes inzwiſchen erweiterte Gebäude. Vorher war aber doch ſchon die Trennung des Waiſenhauſes erfolgt: ſeit 1868 befand ſich das Waiſenhaus in der Münzgaſſe, 1903 wurde ein neues in der jetzigen Waiſenhausſtraße in Leipzig— Connewitz erbaut.“) Durch die Ueberſiedlung des Jakobhoſpitals waren die von dieſem bisher benutzten Gebäude am Roſental frei, und in dieſe wurde 1871 das Georgenhaus verlegt, deſſen Gebäude an die Kreditanſtalt verkauft wurden. Die Anſtalt diente jetzt noch zur Aufnahme von Irren, Siechen, und zu Zwangsarbeit Verurteilten. 1892 erhielten letztere als Zwangarbeitsanſtalt zu St. Georg mit einem Aſyl für Obdachloſe ihr eigenes Gebäude in der Riebeckſtraße. Dieſe Anſtalt wurde der Erbe des Georgenhauſes, denn außer dem Namen erhielt es auch das geſamte Vermögen, das im Laufe des Jahrhunderts auf 1000000 Mk.?) angeſtiegen war. So wurden die Gebäude am Roſental nur noch von den Irren und Siechen bewohnt, die 1901 in die groß angelegte Anſtalt bei Döſen untergebracht wurden. 1) Wohlfahrtsein richtungen in Leipzig. Feſtſchrift zum 31. Kongreß für innere Miſſion 1905. |](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28978808_0043.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


