Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin].
- Odin, Alfred, 1900-
- Date:
- 1914
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Credit: Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin]. Source: Wellcome Collection.
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![. Sand wurde unentgeltlich abgegeben. Neben dieſer Sandgrube!) beſaß am Thonberg das Hoſpital noch einige Tongruben. Dieſe waren vom Töpferhandwerk für jährlich 18 fl. gepachtet worden III, 140], d. h. fie hatten dafür nur das Anrecht gepachtet, allein dort Ton graben zu dürfen, denn die einzelnen Fuhren mußten ſie beſonders bezahlen, wovon der „Tonwerfer“ beſoldet wurde, der unter denſelben Bedingungen angeſtellt war wie der „Sandwerfer“. Anfänglich ſind die Tonlager ſehr ergiebig geweſen, der Ton ſcheint auch gut geweſen zu ſein, da wir Nachricht haben, daß aus den benachbarten Städten die Töpfer den Ton aus Leipzig bezogen [R. 1571]. Allmählich aber nahm die Ergiebigkeit des Tonlagers ab, 1691 geht in den bisher benutzten Gruben der Ton aus, es wird ein Teich abgelaſſen, um neue Gruben anlegen zu können, doch ſeit 1726 geht der Abbau immer mehr zurück. 1807 wird der Tonwerfer entlaſſen und die Tongruben zum Verkauf aus- geboten [II, 28 bl. Wald befand ſich nicht im Beſitz des Hoſpitals, den Bedarf an Holz deckte der Rat aus den Ratswaldungen. Dagegen gehörten zum Hoſpital noch einige Teiche, zunächſt der ſog. Hoſpitalteich, unmittelbar der Anſtalt gegenüber gelegen, die 2 Tonbergteiche und 2 Teiche im Dorfe Döſen, deren Nutzungsrecht jedoch dem Hoſpital nur zur Hälfte zukam III, 4]. Um die Erträgniſſe aus dem Landbeſitz ſo nutzbringend als möglich zu verwerten, wurde nebenbei auch Viehzucht betrieben, da jedoch das Hoſpital gewärtig ſein mußte, bei kriegeriſchen Ereig— niſſen ſeinen geſamten Viehbeſtand einzubüßen, ſo iſt es zu erklären, daß dieſer nie bedeutend war. Beträchtlicher waren die Einnahmen aus dem Bierverkauf [R.. Dem Hoſpital ſtand das Recht zu, Freibiere zu brauen, in der Regel 4, doch kam es in heißen Jahren vor, daß bis zu 9 Bieren gebraut wurde. Das Bier durfte verkauft werden, und der Erlös warf regelmäßig einen hohen Reingewinn ab. Schließlich müſſen wir noch der Einnahmen aus den Kirchen— büchſen erwähnen. Das Hoſpital hatte das Recht, an den Kirchen— türen der beiden Hauptkirchen Büchſen aufzuſtellen. Dabei iſt beachtenswert, daß in den Jahren, in denen dem Hoſpital die meiſten Stiftungen zufielen, auch die Kirchenbüchſen die relativ höchſten Einnahmen aufzuweiſen haben, ein Zeichen dafür, daß die Anteilnahme, die dem Hoſpital entgegengebracht wurde, eine rege 1) Dieſe Sandgrube wurde ſpäter 1831 und 32 vor allem auf die An⸗ regung Dr. Seeburgs hin, des Vorſtehers des Hoſpitals, in Gärten umge— wandelt, die an Bürger verpachtet wurden. 1834 waren in dem Johannistal, wie es von nun an genannt wurde, ſchon 219 Gärten verteilt: dies waren in Leipzig die erſten Anlagen von Gärten, die ſpäter unter dem Namen der Schrebergärten auch anderwärts angelegt wurden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28978808_0080.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


