Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin].
- Odin, Alfred, 1900-
- Date:
- 1914
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Credit: Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin]. Source: Wellcome Collection.
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![1750 etwa 35 047 Taler 18 gain Nimmt man das geſamte ausgeliehene Kapital als 10 an, ſo ent- fallen auf: i Privatperſonen den Rat 1650 4,29 5,71 1700 5,00 5,00 1750 2,86 7,14 1800 0,24 9,76 Wir ſehen, wie ſeit 1700 der Rat in noch viel ſtärkerem Maße, als dies beim Georgenhoſpital [ſ. o. S. 34] der Fall war, das Vermögen der Anſtalt in ſeinen Betrieben anlegt.) Es iſt wohl möglich, daß die Vorſteher auch weiterhin die Ueberſchüſſe zum Erwerb von Landbeſitz verwendet hätten, wenn der Rat nicht mit ſeinen Geldbedürfniſſen hemmend eingegriffen hätte. Der Vorſteher Ullrich Welſch traf weiterhin noch eine äußerſt glückliche Verwendung des Landbeſitzes. Zum Hoſpital gehörte die Sandgrube, die nur noch geringe Einnahmen abwarf. Im Jahre 1661 ließ der Vorſteher in der Sandgrube auf Hoſpitalkoſten 6 Häuſer erbauen, jedes im Werte von 60 fl. und gab dieſe an Leute, die ſich dazu gemeldet hatten, gegen Zahlung von 30 fl. [R.]. Es waren Witwen und Almoſenleute. Sie mußten außerdem für jede Bauſtätte Frondienſte auf den Hoſpitalfeldern leiſten, die jedoch bald in eine Geldabgabe von 3 fl. 6 gr. umgewandelt wurden, und für die Abnutzung des Hauſes hatten fie jährlich 1 fl. 10 gr. 63 an das Hoſpital abzuliefern. Dafür ſuchte man dieſe Leute von den Laſten der Kontributionen und Einquartierungen zu befreien III. 26a]. Dieſe Häuſer blieben nicht die einzigen; jedoch wurde von jetzt ab nur noch der Boden in Erbpacht gegeben, die Häuſer mußten ſich die Anſiedler ſelber bauen. 1692 wird ſchon die 32. Stelle vergeben. Dieſe Häuſer bildeten eine Gaffe, die Sand⸗ gaſſe, die aber ſpäter zum Andenken an den Vorſteher Ullrich Welſch, den Namen Ullrichgaſſe erhielt. Die Bewohner unterſtanden dem Vorſteher und waren an gewiſſe Bedingungen gebunden. So durften ſie keine fremden Mietsleute aufnehmen, Einwohner der Stadt nur mit Wiſſen und Genehmigung des Vorſtehers. Auch waren ſie verpflichtet, ihre Gebäude in baulichem Zuſtand zu er— halten. 1800 waren es 39 Bauſtellen, darunter einige doppelte, 1803 wurden 7 neue, 1804 20, 1809 40 neue Bauſtellen aus⸗ .) Unter die an den Rat verliehenen Gelder find alle gezählt, die nicht an Privatperſonen verliehen waren. So ſtand um 1800 die Hälfte des ge⸗ ſamten Vermögens bei der Preußiſchen Kontributionskaſſe, der Sächſiſchen Kammer⸗Kreditkaſſe und bei der Sächſiſchen Steuer-Kreditkaſſe. Dieſe Ver⸗ leihungen waren auf beſonderen Ratsbefehl geſchehen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28978808_0084.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


