Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin].
- Odin, Alfred, 1900-
- Date:
- 1914
Licence: Public Domain Mark
Credit: Entwicklung des Georgen - und des Johannishospitals zu Leipzig bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / [Alfred Odin]. Source: Wellcome Collection.
88/112 page 88
![aber der Rat die Fehlbeträge des Johannishoſpitals gedeckt, und jetzt ſtritt man ſich in jahrzehntelang andauernden Verhandlungen, ob damals der Rat das Geld als Zuſchuß oder als Verleihung dem Hoſpital gegeben hätte. Unterdeſſen mochten die Inſaſſen zu⸗ ſehen, wie ſie mit ihren alten Gebäuden auskamen. Endlich einigte ſich der Rat und der Vorſteher Sieber auf eine Summe von 12000 Taler, die beim Rate unverzinslich liegen und zum Neubau verwandt werden ſollte [II, 10]. So ſtand dem ſo dringenden Neubau nichts im Wege und der Vorſteher Sieber hatte ſchon die Bauſtoffe gekauft, als er über dieſen Vorarbeiten ſtarb und dadurch das Unternehmen eine aber— malige Verzögerung erfuhr. Der neue Vorſteher war Dr. Johann Friedrich Hohmann. Er griff das ins Stocken geratene Werk auf, und nach verſchiedenen Begutachten legte man dem Rat zwei Pläne vor: entweder das ſog. „Neue Haus“ niederzureißen, um es ver⸗ größert wieder aufzuführen, oder die Niederlegung und Neuerbauung des Oberhauſes vorzunehmen. Das neue Gebäude ſollte mindeſtens 60 Perſonen faſſen können. Am 16. Febr. 1744 [II, 19] entſchloß ſich der Rat für das letzte Projekt. Unverzüglich wurde mit dem Neubau begonnen, das alte Oberhaus wurde niedergeriſſen und an ſeine Stelle kam ein dreiſtöckiges ſteinernes Gebäude. Den Vor— anſchlag hatte man auf 12000 Taler feſtgeſetzt; der Bau koſtete dagegen insgeſamt rund 14000 Taler [R.]. Daher kam es auch, daß man ſich mit einem ſchmuckloſen Bau begnügt und nur das Nützliche im Auge gehabt hatte. Es iſt das Gebäude, das bis 1870 den Inſaſſen als Hauptgebäude gedient hat. Durch dieſen Neubau, in dem alle Inſaſſen untergebracht werden konnten, hatten ſich die beiden anderen Gebäude überflüſſig gemacht. Man hatte ſie zwar 1744, gleichzeitig mit dem Neubau, ausgebeſſert, jedoch nur notdürftig, und ſie gerieten immer mehr in Verfall. Im Niederhaus brachte man die Beifrauen unter, die an— deren Stuben wurden vermietet. So ſah ſich ſchließlich der Rat genötigt, dem Neubau des Niederhauſes am 28. April 1800 [II. 140] zuzu⸗ ſtimmen. Der Neubau war am 21. November 1801 vollendet, er hatte rund 7000 Taler gekoſtet [R.]. Es fanden darin Aufnahme die Beifrauen, wodurch das Gebäude den Namen Beihoſpital empfing; 8 Stuben wurden vermietet. Die Mieten dagegen, die man aus den Räumen des Neuen Hauſes gewann, wurden durch immer— währende Ausbeſſerungskoſten verſchlungen, ſo daß das Hoſpital das Angebot des Armenamtes ergriff und für dieſes ein neues Gebäude an die Stelle des alten „Neuen Hauſes“ erbaute [1803. II. 28 al. Das Armenamt bezahlte als jährliche Miete für dieſes Gebäude 150 Taler. !) ; 1) Zu dieſem Gebäude kam ſpäter noch ein zweites hinzu. Ein Mit⸗ glied des Armendirektoriums Johann Ludwig Hartz ſtiftete 1831 10000 Taler](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28978808_0088.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


