Die Fragmente der sikelischen Ärzte Akron, Philistion und des Diokles von Karystos / herausgegeben von M. Wellmann.
- Philistion of Locri
- Date:
- 1901
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Credit: Die Fragmente der sikelischen Ärzte Akron, Philistion und des Diokles von Karystos / herausgegeben von M. Wellmann. Source: Wellcome Collection.
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![(1. h. das Gehirn. 1) Doch dem sei wie ihm wolle, die koische Schule huldigte jedenfalls dieser Ansicht und betrachtete den vom Gehirn herabfliessenden Schleim als ausschliessliche Ursache des Leidens (7t€Ql i€Q. vova. c. 2. 5). Der Verfasser dieser Schrift (c. äff.), welche in ähnlicher, aber weit schärferer Weise als die Schrift neql diohrjg d^etov die Dogmen einer anderen Ärzteschule bekämpft, aber nicht die der knidischen, sondern, wie wir oben gesehen haben, die der sikelischen Schule, giebt eine ausführliche Beschreibung dieser Krankheit: danach sind die durch den Schleim hervorgerufenen Folgeerscheinungen Abkühlung des warmen Blutes in den zum Herzen und zur Lunge führenden Adern, Störung der Blutzirkulation und Verstopfung des Pneuma.2) Diese Ätiologie berührt sich nahe mit der des Vindicianus, aber — und das ist der fundamentale Unterschied — dort ist das Gehirn der Ausgangspunkt des Leidens, hier ist an seine Stelle die vom Herzen ausgehende Arterie getreten. Daraus folgt, dass die Quelle des Vindicianus ein Anhänger der sikeUschen Schule gewesen ist. Wie verschieden man damals über die Entstehung der Epilepsie urteilte, ergiebt sich aus der Schrift ftegi cpva'Cöv (c. 14), deren Verfasser darin mit der Quelle des Vindicianus übereinstimmt, dass er sie nicht von dem Gehirn, sondern von einer Blutstockung im Körper herleitet, diese Blutstockung aber abweichend von jenem Autor auf die Mischung des Blutes mit einem Übermass von Pneuma zurücldührt, Plato, der im Tim. 85A der heiligen Krankheit eine kurze Besprechung widmet, sieht in ihr wie der Verfasser von negl ieQijg vovaov ein Leiden des Gehirns, ist aber über die Krankheitsursache verschiedener Meinung. Während jener (c. 2. 5) mit allem Nachdruck die Behauptung verficht, dass sie nur bei Leuten mit schleimiger, nicht bei solchen mit gaUiger Konstitution vorkomme, d. h. dass der kalte Schleim die alleinige Ursache sei, lässt Plato resp. seine Quelle — und darin befindet er sich mit unserem Autor in erfreulicher Übereinstimmung — sie aus einer Mischung von Schleim mit schwarzer Galle entstehen: (.lerd xoXfjg öe fisXaivrjg xsQao&tv (sc. TÖ X£VY.dv CfXeyf.ia) irtl rag TttQiööovg te rag ev rf} yiecfaXrj ^ELoräzag oiJoag i7tLoy.Edavvvf.i€vov y.al ^wragccTTOV airdg, ycad-^ VTtvov (.ihv iöv nqaÖTeQOv, eyQi]yoQ6oL i7tLvtd-€f.i€vov dvoa- TtaXXaxtöreQOv' vöotjf^a öt tsQäg öv cf voecug ivöiy-cbrcxTa iegdv XEyerai. Demnach gewinnt es den Anschein, als ob die von der 1) Fuchs Anecd. med. 4,542. 20, 550. 2) Vgl. Fuchs a. a. 0, 3, 542. [Gal.] XIV 739.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24758814_0038.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


