Leitfaden des Röntgenverfahrens / Unter Mitarbeit von A. Blencke [and others] herausgegeben von Friedrich Dessauer und B. Wiesner.
- Friedrich Dessauer
- Date:
- 1908
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Credit: Leitfaden des Röntgenverfahrens / Unter Mitarbeit von A. Blencke [and others] herausgegeben von Friedrich Dessauer und B. Wiesner. Source: Wellcome Collection.
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![Die Untersuchung der Verhältnisse in den letzten Jahren hat diese Auffassung bestätigt. Jedenfalls ist die Gefahr solcher Störungen um so geringer, je kleiner der Strombedarf dos Röntgen- apparates im Verhältnis zum gesamten von dem Transformator zu liefernden Strombedarfe, je größer dieser letztere also selber ist Will man vor diesen Eventualitäten sicher sein, so schützt Benutzung eines Wechselstrom-Gleichstrom-Umformers. Der Wechselstrom oder Drehstrom wird, statt zum Betriebe des Instru- mentariums, zum Antrieb eines kräftigen Motors von ca. 2—3 Pferde- 107. Wechsel- strombetrieb . unter Ein- die Schaltung eines Wechsel- Gk'ichstroni-stärken benutzt, der seinerseits eine Dynamomaschine in Tätigkeit Umformers. setzt, die Gleichstrom liefert. Man hat also eine eigene kleine Gleichstromzentrale. Es verlohnt sich aber manchmal, wenigstens versuchsweise, Wecliselstrombetrieb einzuführen. Die wesentliche Ausgabe für den Wechselstrom-Gleichstrom-Umformer ist nachträg- lich immer noch möglich, umsomehr, als ein richtig gebautes Wechselstrom-Instrumentarium sich auch an Gleichstrom anschließen und mit Erfolg betreiben läßt. Ein solcher Umformerbetrieb gibt auch nur dann wirklich brauchbare Resultate, wenn die Gleichstrommaschine den Anfor- derungen des Induktoriums und den schwingenden Entnahmen des Unterbrechers gewachsen ist. Das ist nicht immer der Fall und man hat oft Gelegenheit, das völlige oder teilweise Versagen von Röntgenanlagen mit Umformern zu konstatieren. Es ist ein Irrtum, wenn man annimmt, jede Gleichstrom- dynamomaschine von hinreichender Wattleistung sei zum Betriebe des Röntgeninstrumentariums geeignet. Das ist nicht der Fall. Der Röntgenapparat erfordert entweder wesentlich zu große Dynamomaschinen oder die Benutzung ganz besonderer Typen, wie sie vom elektrotechnischen Laboratorium (jetzt Vereinigte elektrotechnische Institute Frankfurt—Aschaffenburg) zuerst einge- führt worden sind. Dann allerdings ist der Betrieb mit elektro- lytischem Unterbrecher und Wechselstrom - Gleichstromumformer bei 60—120 V Gleichstromspannung wirklich ideal. (Vergl. Compend. pag. 151). Bei Betrieb einer Röntgenanlage mit Wechselstrom ist also zu beachten: 108. Resümee Die Prüfung der Wechselstromleitung auf ihre für die Röntgen- Wechsel- Station für Elektrolytbetrieb geeignete Beschaffenheit. Bei Synchron- strombetneb.un£eri3reciiern na0]1 Boas braucht man keine Rücksicht hierauf zu nehmen. Des weiteren die für den Wechselstrom geeignete Konstruktion des Induktoriums. Ist die „magnetische Trägheit“, also die Eisenmenge und Windungszahl sehr groß, so eignet es v sich nicht besonders zu direktem Wechselstrom-Anschluß.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2808424x_0122.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


