Die Beeinflussung bösartiger Geschwülste durch Atoxyl und fremdartiges Eiweiss / von Anton Sticker.
- Sticker, Anton, 1861-
- Date:
- [1908?]
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Credit: Die Beeinflussung bösartiger Geschwülste durch Atoxyl und fremdartiges Eiweiss / von Anton Sticker. Source: Wellcome Collection.
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![j Aus der Königl. chirurgischen Universitätsklink zu ] Berlin. Direktor: Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Bier. t Die Beeinflussung bösartiger Geschwülste durch Atoxyl und fremdartiges Eiweiss. Von Dr. med. et chir. Anton Sticker, Oberassistent, ic Vortrag, gehalten in der Berliner medizinischen Gesellschaft am 1. Juli 1908. Wenn wir bösartige Geschwülste zerstören wollen, so stehen iluns hunderte physikalische und chemische Mittel zur Verfügung. (lAber erstens ist es schwierig oder meist unausführbar, die letzte d Geschwulstzelle mit dem Messer oder dem Glüheisen, dem Ielektrischen Strom, der Radiumstrahlung oder dem chemischen t| Mittel zu erreichen, es entstehen fast immer Recidive; zweitens llhaben wir bei den meisten Methoden gleichzeitig eine Schädigung 4des normalen Gewebes und drittens verlangt in vielen Fällen das {jGeschwulstgewebe zur Fortschaffung eine grosse, oft unmögliche Arbeit des Organismus. Diesen unspezifischen, cytociden Methoden setze ich die | spezifischen, cytolytischen gegenüber. Spezifisch, weil sie nicht i nur auf den Tod der Zelle hinausarbeiten, sondern auch den 'Abbau derselben besorgen und sich elektiv verhalten, d. h. das normale Körpergewebe nicht angreifen. Während bei den cytociden Methoden die Zellen direkt zertrümmert oder durch die nach den Gesetzen der starren Lösung bezw. lockeren Salzbildung verteilten fichemischen Stoffe von der Ernährung abgeschlossen werden, treten bei den spezifischen, cytolytischen Methoden fremdartige, toxisch wirkende Stoffe substituierend in die Zelle ein, stören Jjdurch anormale chemische Synthese die Funktionen der Zelle nund zersprengen ihre Molekulargruppen. Im Vordergründe dieser ' intracellularen Heilmethode steht die Serumtherapie, bei welcher Igewisse Immunstoffe, Gytolysine genannt, eine solche spezifische ! Zellauflösung herbeiführen. Die bisherigen Resultate der Serum- | therapie bei den Geschwulstkrankheiten sind keineswegs ermutigend. iWas Ehrlich auf dem letzten Kongress der Deutschen derma- fltologischen Gesellschaft in Frankfurt a. M. aussprach, dass nicht äillen Krankheiten mit einer Serumtherapie beizukommen, dass sie](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30612858_0003.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


