Über den Bau von Syncoryne sarsii, Lovén, und der zugehörigen Meduse Sarsia tubulosa, Lesson / von Franz Eilhard Schulze.
- Franz Eilhard Schulze
- Date:
- 1873
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Credit: Über den Bau von Syncoryne sarsii, Lovén, und der zugehörigen Meduse Sarsia tubulosa, Lesson / von Franz Eilhard Schulze. Source: Wellcome Collection.
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![VON Koch« beiderlei Genitalproducte aus den Zellen des Gastrovaskularsystemes, also dem Entoderin, ableiten, haben Keferstein und Ehlers’) bei Siphonophoren, ich selbst bei Cordy- lophora-) und Kleinenberg bei Hydra die Abstammung der Eier und Spermatozoen aus dem Ektoderm mit Bestimmtheit behauptet. Agassiz zeichnet zwar die bei Sarsia sich entwickeln- den Eier im Ektoderm des iMagenstieles^), sagt aber im Texte (I. c. P. IV. pag. 210), sie seien »imbedded between its outer and inner walls«. Meiner Ansicht nach kommt es bei dieser Frage vor allen Dingen darauf an, eine be- stimmte, von den ersten Entwiklungsstadien der betretfenden Thiere an mit Leichtigkeit nach- weisbare Grenze zwischen dem Ektoderm und Entoderm ziehen zu können, etwa eine schon früh sich ausbildende Scheidewand aufzufinden, welche erlaubt, mit Sicherheit die sämmtlichen Producte des einen Keimblattes von denjenigen des anderen scharf zu trennen. Eine solche Scheidewand kommt aber gerade bei den Nesselkapseln führenden Cölenteraten, den Aca- lephae s. Cnidae s. Nematophora, in der That und zwar schon sehr früh zur Ausbildung in Form der bereits bei der Planula sich bildenden und bei der Gastrula deutlich nachweisbaren Stützlamelle, jener hyalinen [Membran, welche zuerst von Leydig bei Hydra, dann von Reichert bei den Hydranthen von Campanularia, jüngst von mir bei Hydra und Cordylophora, so wie oben bei Syncoryne Sarsii eingehend beschrieben ist und welche ich als den Vorläufer der dickeren bei acraspedoten Medusen sogar Zellen führenden Gallertlagen — zugleich als eine Vorstufe des ;Mesoderms betrachte. Giebt man das Vorhandensein dieser schon gleich nach der Bildung der beiden Keim- blätter entstehenden und bald in allen Theilen des Thierkörpers, besonders auch in den Me- dusenknospen der Hydranthen deutlich nachweisbaren Grenzschicht zwischen Entoderm und Ektoderm zu, so wird man auch alles nach innen von derselben, d. h. dem Gastrovaskular- hohlraum zu Gelegene als Entoderm oder Entodermproduct, alles nach aussen von derselben Gelegene als Ektoderm oder Ektodermproduct anzusehen haben, falls man nicht etwa ein früh- zeitiges Durchwandern von zelligen Elemeten des einen Keimblattes durch die Stützlamelle in das Gebiet des anderen hinein annehmen will. Zu letzterer Annahme ist aber gerade bei den craspedoten Hydromedusen um so weniger Grund vorhanden, als hier zu allen Zeiten die Stützlamelle oder die ihr entsprechende Gallertlage völlig zellenlos erscheinen. Nach den oben mitgetheilten Ergebnissen meiner Untersuchungen kann es nun nicht dem geringsten Zweifel unterliegen, dass ebenso wie in den Gonophoren von Cordylophora auch am Magenstiel von Sarsia tubulosa die Eier wie die Spermotozoen nur in der ausser- halb der hyalinen Stützlamelle gelegenen Ge websschichte, also im Ekto- ’) Zoologische Beiträge. 1861. p. 2. 2) I. c. p. 36. 2) 1. c. p. 30—32. *] 1. c. P. III. PI. XVIII. Fig 21 a.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22340907_0036.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


