Abhandlungen zur Physiologie der Gesichtsempfindungen aus dem physiologischen Institut zu Freiburg i. B / herausgegeben von J. von Kries.
- Johannes von Kries
- Date:
- 1902
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Credit: Abhandlungen zur Physiologie der Gesichtsempfindungen aus dem physiologischen Institut zu Freiburg i. B / herausgegeben von J. von Kries. Source: Wellcome Collection.
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![die Gleichung (im Aufdeckungsversuch) als unzutreffend er-1 scheinen zu lassen, auch das Dunkelauge sofort das Feld zu hell sieht. Wir hätten noch hinzuzufügen, dafs auch eine Farben- ] differenz (verminderte Sättigung des Flecks) niemals bemerkt wurde.1 Die Versuche zeigten also mit voller Entschiedenheit, dafs auch hier trotz der enormen Differenz der Dämmerungs- werthe die Gleichungen central durch langen Dunkelaufentlmlt nicht modificirt werden. Bei diesen Versuchen können wir auch eine Angabe über die benutzten Lichtstärken machen, die ihre annähernde Re- producirung für andere Beobachter ermöglicht. Bei der als 207 bezeichneten Beleuchtung nämlich erschien das rothe Feld gleich dem rothen Papier der RoTHE'schen Sammlung, wenn dieses von einer Amylacetat-Lampe aus 64 cm Entfernung beleuchtet wurde. Dies ist eine Helligkeit, welche die Fixirung selbst einer sehr kleinen schwarzen Marke noch mit Sicherheit gestattet. in. Dafs es ein centrales Feld giebt, für welches die bei Hell- j adaptation eingestellten Gleichungen selbst nach der längsten Dunkeladaptation gültig bleiben, und zwar auch bei der enormen Differenz der Dämmerungswerthe, die hier zur Verwendung kam, schien uns hiernach in zweifelloser Weise festgestellt. Die dem- gemäfs nun anschliefsenden Versuche über die Ausdehnung dieses Feldes wurden in der folgenden Weise angestellt. Die oben erwähnte mit der Oeffnung versehene rothe Scheibe war auf einem starken Träger befestigt, der seinerseits an dem für die Verschiebung bestimmten Apparat angebracht war. Im Wesentlichen bestand dieser aus einem starken Messingstabe, der mittels einer Tangentenschraube um eine Axe gedreht 1 In einigen Vorversuchen schien allerdings eine kleine Sättigungs- differenz bemerkbar zu werden. Stets aber stellt sich als Grund der Er- scheinung der Febler heraus, dafs schon die Hellgleichun- nicht voll- kommen zutreffend war. Bei dem kleinen Felde und unmittelbar nach dem Verweilen im hellen Licht ist die Empfindlichkeit gegen Sättigungs- differenzen keine sehr grofse. Es war daher zweckmärsig, die Helläquivalena der Lichter (qualitativ] auf etwas gröfserem Felde und nach einem Dunkel- aufenthalte von einigen Minuten zu prüfen. Nachdem die Absorptions- flüssigkeit und die Beleuchtungsart des Papiers unter Beobachtung dieser Vorsicht geregelt waren, hat sich eine Sättigungsdifferenz für das dunkel- adaptirte Centrum nie beobachten lassen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21640622_0_0130.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)