Abhandlungen zur Physiologie der Gesichtsempfindungen aus dem physiologischen Institut zu Freiburg i. B / herausgegeben von J. von Kries.
- Johannes von Kries
- Date:
- 1902
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Credit: Abhandlungen zur Physiologie der Gesichtsempfindungen aus dem physiologischen Institut zu Freiburg i. B / herausgegeben von J. von Kries. Source: Wellcome Collection.
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![7ß J. von Kries. [XIX. 185] stündiger Dunkeladaptation die Erscheinungen im Wesentlichen ebenso wie bei kurzer Dunkeladaptation sich verhalten. Dem Obigen zufolge mufs ich aber auch bezweifeln, ob er hier die charakteristische Form des Phänomens gesehen hat, deren Fehlen ich fand. Es erledigt sich nach dem eben Gesagten auch der schein- bare Widerspruch in Bezug auf die Wahrnehmung positiver Nachbilder durch total farbenblinde Personen. Dafs diese die umlaufenden Objecte bei höheren Lichtstärken in lange Schweife ausgezogen sehen, habe ich nie bezweifelt oder in Abrede ge- stellt Aber davon habe ich mich nicht überzeugen können, dafs M Binder ein „recurrent Image, ein von dem primären Bilde durch ein grofses Intervall von ca. % See. getrenntes zweites Bild unter irgend welchen Umständen wahrgenommen hätte. Und eben dies fand ich bei einem mit Hemeralopie Behafteten fehlend.1 Indem ich mich der Arbeit Tschermak s zuwende, darf ich zunächst deutlicher als der Autor selbst es gethan hat, den Punkt hervorheben, in dem seine Ergebnisse, den früheren Hering'sehen Behauptungen entgegen, sich den Befunden von König, mir u. A. anschliefsen. Endlich, darf man sagen, hat auch die Hering sehe Schule sich davon überzeugt, dafs helläquivalente Lichter ungleichen Dämmerungswerth besitzen können. Wenn T.'s. Darstellung die Wichtigkeit dieser Constatirung und ihren Gegensatz zu Hering's bisheriger Stellung wenig bemerklich macht, so soll ihm dies nicht verargt werden. Uns darf wohl gestattet werden, darauf hinzuweisen, dafs Hering eben die Unabhängigkeit der optischen Gleichungen von der Stimmung des Sehorgans mit besonderem Nachdruck ganz allgemein behauptet hat. Den „Satz von der Constanz der optischen Valenzen erklärte er - für einen Hauptsatz der Lehre vom Lichtsinne und noch 1893 schrieb er: „Das NEWTON'sche Gesetz der Farbenmischung hat zur Voraussetzung, dafs alle Farbengleichungen unabhängig sind nicht nur von Erregbarkeitsänderungen des Sehorgans, sondern i Beiläufig Sei hier bemerkt, dafs neuerdings im hiesigen Institut auch an einll^Hemer^ das Fehlen des secundären Bildes Consta** W0ING, üeberNKWToN-s Gesetz der Farbenmischung. Lotos VII, 1887, S. 40 des S.-A.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21640622_0_0082.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)