Das Mikroskop und die mikroskopische Technik : ein Handbuch für Ärzte und Studirende / von Heinrich Frey.
- Heinrich Frey
- Date:
- 1865
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Credit: Das Mikroskop und die mikroskopische Technik : ein Handbuch für Ärzte und Studirende / von Heinrich Frey. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Zum Aufqucllcn (Fig. 6G.a) verwendet man destillirtes Wasser. Man be- merkt alsbald das Verscliwinden der helleren Mittelpartie und erhält ein gleich- massig gelbliches, sich rasch entfärbendes Gebilde, welches beim Hollen die Ku- gelgestalt erkennen lässt. An den Blutzellen der Fische, Amphibien und Vögel tritt hierbei der granulirte Kern deutlich hervor. Viele wässrige Lösungen im Zustande hoher Verdünnung üben die gleiche Wirkung. Zur Vergleichung wird man zweckmässig die grösseren gekernten Blutzellen der drei ersten Wirbelthier- klassen in ähnlicher Weise behandeln. Um Einschrum])fungen (Fig. üG. i) zu erhalten, hat man nur nöthig, ein Tröpfchen Blut auf einem Objektträger ein paar Minuten unbedeckt sich selbst zu überlassen, wo dann die bekannten höcke- rigen und zackigen Gestalten zum Vorschein kommen. Auch ein sehr kleines, dem lebenden Körper durch einen feinen Nadelstich entnommenes Bluttröpfchen bietet nicht selten jene zackenartigen Gestaltungen der Zellen sogleich auf der Glasplatte dar. Aehnliche Wirkungen können wir durch zahlreiche konzentrirte I.,ösungen, wie von Kochsalz, Zucker und Gummi erzielen. Trocknen wir dagegen die Blutkörperchen schnell auf einer Glasplatte ein, so entstehen die Fig. GG.c gezeichneten Bilder, eine Gestalt, in der die Blutkör- perchen sehr gut als bleibende Präparate konservirt werden können. Andere lleagentien wirken auflösend auf die Substanz und somit auf die Zolle zerstörend ein. Schon verdünnte Säuren üben diesen Effekt, ebenso sch wa- che Lösungen der Alkalien. Konzentrirte liaugen der letzteren jedoch bringen zwar ein Quollen der Blutkörj)erchen herbei, zerstören aber nach stundenlanger Einwirkung unsere Gebilde nicht. Eine gesättigte Kalilösung ist, wie Dondkrs fand, ein vortreffliches Mittel, um die Zellen des oingetrockneten Blutes wieder sichtbar zu machen. Manche Stoffe wirken dann auf<lie Zellen.substanz'der Blutkörperchen koa- gulircnd ein. Alkohol, konzentrirtere Chrom.säure, Sublimat und andere Metall- salze zählen hierher. ln geschlagenem, aber auch sehr gewöhnlich in einem Tropfen frisch ent- leerten Blutes beobachtet man ohne weiteres die bekannte Aneinanderlagerung der farbigen Zellen mit ihren breiten Seiten, die sogenannte Ilollenbildung (Fig. GG. e). Nur die mehr gequollenen und hügligeren Zellen des Milz- und licbervenenblutcs lassen jene Grup|)irung vermissen. Um die Gestaltung des geronnenen Blutes zu ermitteln, lässt man entweder einen Tropfen auf der Glasplatte koaguliren, oder man entnimmt dem Blutkuchen möglichst dünne Schnitte. Man wird dann die Zellen in einer homogenen, faltig oder faserig erscheinenden Fibrinschicht eingebettet erblicken (Fig. GG.ff). Bei der Untersuchung von B1 u t ex t r a v asa t c n sind, wenn der Zustand der Zellen richtig beurtheilt werden soll, indiftcrente Zu.sätze erforderlich. Frische B 1 u tk 1 u m j) e n werden bei der mikroskopischen Anal3'se unter gleicher Behandlung ihren Ursprung zu erkennen geben. Man wird beispiels- weise im Stande sein, an der Gestalt und Grösse der Zellen Vogelblut von dem des Menschen zu unterscheiden u. a. m., und so Betrügereien auf die Spur zu kommen. Misslich und in vielen Fällen unmöglich wird es, an alten eingetrock- neten Blutmassen eine Entscheidung zu gewinnen. Der Charakter eines verdäch- tigen Fleckes, als von Blut herrührend, lässt sich dagegen durch die 'Irichmann-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24990413_0146.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)