Das Mikroskop und die mikroskopische Technik : ein Handbuch für Ärzte und Studirende / von Heinrich Frey.
- Heinrich Frey
- Date:
- 1865
Licence: Public Domain Mark
Credit: Das Mikroskop und die mikroskopische Technik : ein Handbuch für Ärzte und Studirende / von Heinrich Frey. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by Royal College of Physicians, London. The original may be consulted at Royal College of Physicians, London.
29/416
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![Fig. 17. Beleuchtangslinse. an der Stange die Mikroskopröhre auf- und abschrauben; seltener bediente man sich bei einem festen Rohre eines beweglichen Objekttisches, was weniger zu empfehlen ist. An den sorgfältiger gearbeiteten Stativen der Gegenwart hat man eine dop- pelte Bewegungsvorrichtung angebracht, deren eine zu den gröberen Stellungs- veränderungen dient, während der andern das feinste genaueste Einstellen überwiesen ist. Eine derartige Theilung der Arbeit verdient natürlich den Vorzug. Die gröberen Bewegungen werden entweder durch ein Triebwerk vollführt, oder, was vollkommen a’usreicht, und der grösseren Einfachheit wegen praktischer ge- nannt werden muss, die Mikroskopröhre wird aus freier Hand in einer sie umfassenden Hülse gerichtet. Zur genauen Ein- stellung dient dann eine das Mikroskop bewegende fein gear- beitete sogenannte Mikrometer-Schraube, welche bei subtilen Untersuchungen und der Verwendung stärkerer Linsen- systeme der geübte Beobachter fast nicht aus der Hand lässt. Nur selten — und dann allein bei schwächeren Linsen- systemen — benutzt man das gewöhnliche auffallende Licht zur Erleuchtung des Objektes. Bedarf man einer stärkeren Erhellung, so verwendet man eine Sammellinse mit grossem Fokus (Fig. 17. a), welche entweder an einem Stative beweg- lich angebracht [dbc] ist oder beweglich an einem Ringe über die Mikroskopröhre geschoben wird. Die bei weitem häufigere Erleuchtung der Untersuchungsobjekte geschieht mittelst durchfallenden Lichtes, welches von einem unterhalb des Tisches befindlichen Spiegel (Fig. 16. N) aufgefangen und durch die Oeffnung dem Gegen- stände (P) zugeworfen wird. Der Spiegel muss an dem Stativ in einer Weise befe.stigt sein , dass er eine möglichst freie Bewegung gestattet. Die Einrichtung, welche manche kleinere Instrumente besitzen , wonach der Spiegel nur um seine horizontale Axe bewegt werden kann, ist eine bedeutende Unvollkommenheit. Kleine Mikroskope haben nur einen Konkavspiegel, welcher die auf ihn fallenden Lichtstrahlen (« «) kon- vergirend zum Loche des Objekttisches reflektirt {bb). Grössere Instrumente be- sitzen einen Spiegel, dessen eine Fläche konkav, während die andere eben ist. Die letztere Fläche ergiebt eine weniger intensive Beleuchtung als die erstere und kommt deshalb besonders bei schwächeren Vergrösserungen zur Verwendung. Die sorgfältige Beleuchtung ist ein sehr wichtiges Hülfsmittel der mikro- skopischen Forschung und lässt sich mit den bi.sher angegebenen Vorrichtungen allein nicht erzielen. Es sind daher noch besondere Apparate nothwendig. Bei vielen Untersuchungen, namentlich zarter, feinrandiger Gegenstände , würde das durch das Loch des Objekttisches reflektirte Licht eine viel zu grelle Flrleuchtung geben. Es muss deshalb ein Theil der Lichtstrahlen abgeschnitten werden. Man erreicht dieses, indem man die Oeffnung des Tisches verkleinert, und hierzu die- nen die sogenannten Blendungen oder Diaphragmen. Es sind ihrer zwei Formen im Gebrauch, die Drehscheibe und die Cylinderblendungen. Die Drehscheibe (Fig. 18«) hat eine krehsförmige Gestalt und ist mittelst eines Knopfes unter dem Objekttisch befestigt. Eine 2-^](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24990413_0029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)